Beim Krefelder Escape-Spiel müssen in einer Stunde Codes und Schlösser geknackt werden, um ein Geheimnis aufzudecken.

Krefeld. Die Tür fällt ins Schloss, die Blicke wandern durch das Zimmer. Altmodische Tapete, ein Bett in der Ecke, Bücher in den Regalen. An der Wand hängt eine Puppe, die Tapete ist bemalt mit undeutbaren Schriftzeichen und Symbole. „Hier lebte Kati“, sagt Sebastian Blaszczak bedeutungsvoll. Das Mädchen sei von Dämonen befallen gewesen, der Priester, der zur Austreibung bestellt war, verschollen. Was ist nur mit ihm passiert?

„Bisher hat es keine Gruppe geschafft, alle Rätsel komplett ohne Hilfe zu lösen.“

Sebastian Blaszczak, Spielleiter

Das gilt es bei einem der drei Räume des neuen Escape-Spiels „Unter Verschluss“ herauszufinden. Der Spielleiter Blaszczak verlässt den Raum und die Spieler sind auf sich allein gestellt. 60 Minuten haben sie Zeit, um alle Rätsel im Zimmer zu lösen, und so zu erfahren, was mit dem Priester geschehen ist. Die Zeit wird auf einem Bildschirm herunter gezählt. Auf diesem hat der Spielleiter auch die Gelegenheit, Tipps zu geben – er beobachtet die Spielenden über eine Videokamera und kann so ahnen, wann ein Eingreifen nötig ist.

Fast erschlagen von so viel Symbolik – Schriftzeichen, Punkte, Striche und jede Menge Zahlenschlösser – machen sich die Spieler auf die Suche. Nur keine Zeit verlieren. Aber was ist hier Dekoration und was ein Hinweis? Und wie kann ein Spiegel bei der Lösung des Rätsels weiterhelfen?

In einer Ecke finden sie eine Art Übersetzung – Symbole in Zahlen. Buchstaben auf den Hinweisgebern lassen vermuten, welches Schloss sich damit öffnen lässt. Eine geeignete Kombination ist bald gefunden – und das erste Schloss geknackt. Dahinter verbirgt sich das nächste Rätsel. Aber was soll das nun wieder bedeuten?

„Bisher hat es keine Gruppe geschafft, alle Rätsel komplett ohne Hilfe zu lösen“, sagt Spielleiter Sebastian Blaszczak. Mitte Oktober haben Irina Bortmann und ihr Mann das Spiel nach Krefeld geholt. Im Durchschnitt fünf Personen spielen gemeinsam und machen sich ans tüfteln. Anders als bei anderen Escape-Spielen, bei denen man – wie der Name schon sagt – einen Weg finden muss, aus dem Raum herauszukommen, bleibt hier die Tür unverschlossen. „Man könnte jederzeit rausgehen – aber dann ist das Spiel verloren“, sagt Blaszczak.

Die erste Gruppe sein zu können, die alles ohne Hilfe schafft, ist ein Ansporn. Doch schon bald geht es nicht mehr weiter. Ein Gong ertönt, auf dem Bildschirm erscheint eine Nachricht, die auf eine Schachtel hinweist, die die Spieler wohl zu kurz in Augenschein genommen und so Hinweise übersehen hatten. „Die Hinweise gebe ich nach Gefühl. Wenn die Gruppe aber selbst findet, dass sie nicht weiterkommt, kann auch jemand in die Kamera winken, dann reagiere ich“, sagt Blaszczak.

Auch das wird im Spielverlauf einmal notwendig. Zu viele Schlösser und zu wenig Zeit sind übrig – es muss schnell gehen. Doch jedes gelöste Rätsel und jedes geknackte Schloss ist ein Erfolgserlebnis.

Am Ende wird es dann noch einmal brenzlig. Nur noch ein Schloss ist übrig, die Lösung des Rätsels und der richtige Zahlencode dicht vor Augen. Die Bewegungen werden gehetzt, die Stimmen lauter – dann die Erleichterung. Sieben Sekunden sind noch auf der Uhr, als sich das letzte Schloss mit einem leisen Knacken öffnet.

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