1937 gegründet, von den Nazis verboten, nach dem Krieg erneut ins Leben gerufen: Rotarier haben in Krefeld Tradition.

Engagement
Seit mehr als einem Vierteljahrhundert veranstalten die Rotary-Clubs Krefeld und Greiffenhorst zusammen mit dem Lions-Club Krefeld die berufskundlichen Gespräche. Archiv

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert veranstalten die Rotary-Clubs Krefeld und Greiffenhorst zusammen mit dem Lions-Club Krefeld die berufskundlichen Gespräche. Archiv

Dirk Jochmann

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert veranstalten die Rotary-Clubs Krefeld und Greiffenhorst zusammen mit dem Lions-Club Krefeld die berufskundlichen Gespräche. Archiv

Krefeld. Das „erste Leben“ des Rotary-Clubs Krefeld währte nicht lange. Er wurde 1937 gegründet und löste sich noch im gleichen Jahr wieder auf. „Die Nationalsozialisten duldeten keine liberalen und schon gar keine international orientierten Clubs. Das Protokoll des letzten Treffens liegt in den Archiven vor, es ist ein trauriges Zeitdokument“, berichtet Carl Hugo Erbslöh, der amtierende Präsident. „Doch bald nach dem Krieg, im Jahr 1950, trafen sich einige der ehemaligen Freunde und neue Engagierte, um den Club wieder ins Leben zu rufen.“

Im Rückblick auf das erste Gründungsdatum können die Rotarier im kommenden Dezember ihr 75-jähriges Bestehen feiern. „Wir sind damit wohl der älteste Service-Club der Stadt“, sagt Jochen Butz, der nächste Präsident, der auch für die Jubiläums-Feierlichkeiten verantwortlich zeichnet. „Da ich als Kabarettist und nicht in meiner Eigenschaft als Wirtschaftssachverständiger aufgenommen wurde, wird es einige unterhaltsame Geburtstagsüberraschungen geben.“

Als sein oberstes Ziel nennt Rotary die „Dienstbereitschaft im täglichen Leben“. Der Berufsdienst ist die Kernkompetenz. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert veranstalten deshalb die Mitglieder der Rotary-Clubs Krefeld und Greiffenhorst und des Lions-Clubs Krefeld die zweitägigen berufskundlichen Gespräche.

Rund 60 Profis – von Architekten bis Zoologen – stehen dann für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 von Krefelder Gymnasien und Gesamtschulen parat. Sie wollen keine Lehrstellen vermitteln. Sie möchten vielmehr Berufsfelder vorstellen und sowohl hilfreiche Infos als auch praktische Tipps für einen leichteren Start ins Berufsleben geben.

Jede Berufsgruppe ist pro Club nur einmal vertreten

Erbslöh erklärt: „Parallel dazu informieren die Mitglieder des Clubs untereinander in Vorträgen über ihre Tätigkeiten und tauschen sich darüber aus.“ Stets soll nur ein Vertreter einer Berufsgruppe in einem Club Mitglied sein. Deshalb, und um die Mitgliederzahl nicht über die Grenze von 50 bis 60 wachsen zu lassen, wurde 1976 der Rotary-Club Greiffenhorst ins Leben gerufen. Er unterstützt unter anderem den Kinderschutzbund.

Freundschaftliche Beziehungen pflegen und sich gleichzeitig gemeinsam für das Wohl anderer einsetzen – das ist die Botschaft der Service-Clubs. Ihre Mitglieder kümmern sich um medizinische, soziale, humanitäre, kulturelle oder Bildungszwecke auf lokaler und internationaler Ebene. Auch in Krefeld gibt es knapp zehn Clubs.
 

Die Service-Clubs stehen diesmal im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der Stadt, der am 16. Januar stattfindet.
 

Die WZ stellt die Clubs in einer Serie vor, die heute mit dem Rotary-Club Krefeld startet.
 

Rotary International kümmert sich um die Ausrottung der Kinderlähmung weltweit. Auch das nächste Ziel ist bereits abgesteckt. Erbslöh: „Wir möchten, dass die Weltbevölkerung nicht in so großem Maß zunimmt und kämpfen gegen den Hunger in der Welt.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer