Die 31-jährige Elefantenkuh ist auf dem Weg nach Belfast. Ihr Pfleger ist wütend über den Transport.

Völlig entspannt lässt sich Yhetoo von Pflegern in den Transport-Container führen.
Völlig entspannt lässt sich Yhetoo von Pflegern in den Transport-Container führen.

Völlig entspannt lässt sich Yhetoo von Pflegern in den Transport-Container führen.

Zoo Krefeld/Hella Hallmann

Völlig entspannt lässt sich Yhetoo von Pflegern in den Transport-Container führen.

Düsseldorf. Ein zehn Tonnen schwerer Tieflader bahnt sich seinen Weg durch den Krefelder Zoo. Kurz bevor er auf die Straße fährt, öffnet Zoo-Tierarzt Martin Straube den aufgeladenen Container noch einmal. Die Elefantenkuh Yhetoo (31) wirft einen letzten Blick auf den Ort, wo sie 28 Jahre ihres Lebens verbracht hat. "Sie ist total entspannt und ruhig", sagt Straube. "Sie hat noch nicht mal trompetet, als sie weggefahren ist. Wir hätten stärkere Emotionen erwartet."

Die beiden anderen Elefantenkühe haben Yhetoo am Mittwoch angegriffen

Wahrscheinlich ist Yhetoo froh, jetzt bald ein neues Zuhause zu haben. Im vergangenen Sommer haben die Angriffe der beiden anderen Kühe, Rhena und Mumptas Mahal, zugenommen. Yhetoo hat sich dabei mehrmals verletzt, sie wurde regelrecht gemobbt.

Auch Mittwochmorgen, bevor sie in den Container geladen wurde, haben die Artgenossen erneut versucht, sie in den Graben zu drängen. "Sie hat durch diesen Stress stark abgenommen", sagt Straube. "Wir sind heilfroh, dass der Transport endlich klappt."

In Belfast, wo Yhetoo Freitagmittag erwartet wird, wird sie mit der 43-jährigen Elefantenkuh Tina zusammenleben, die ebenfalls in ihrem Zoo das rangniedrigste Tier war.

Elefantenpfleger Wolfgang Nehring ist über den spontanen Transport ungeheuer enttäuscht und wütend. Enttäuscht, weil Yhetoo, die er fast 30 Jahre betreut hat, ausgerechnet in seinem Urlaub abgeholt worden ist. Und wütend, weil das Tier die lange Reise ganz alleine überstehen muss: "Das hat der Elefant nicht verdient und ich auch nicht. Das ist schlechter Stil."

Anlage Für die beiden verbliebenen Elefantenkühe Rhena und Mumptas Mahal bedeutet der Weggang von Yhetoo einen Abschied von der Kettenhaltung. In den kommenden Monaten wird das Elefantenhaus so umgestaltet, dass die Tiere in zwei getrennten Boxen stehen können und nicht mehr 16 Stunden pro Tag an Ketten stehen müssen. Der Zoo macht damit auch einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Haltungsbedingungen.

Pläne "Auf lange Sicht wollen wir unseren Elefanten eine richtige Villa bauen", sagt Zoo-Tierarzt Martin Straube. "Es soll innen und außen ein Badebecken geben. Das ganze Gehege soll größer werden."

Zuwachs In Zukunft sollen zwei neue Elefantenkühe in den Krefelder Zoo ziehen. "Doch das liegt noch in weiter Ferne", sagt Straube.

Name Im Zoo ist man sich über die Schreibweise von Yhetoo nicht einig. Es kursieren unterschiedliche Varianten, unter anderem Yethoo, Yheetoo und Yheeto.

"Die ganze Aktion musste so schnell wie möglich über die Bühne gehen", erklärt Zoo-Sprecherin Petra Schwinn. "Wir haben lange genug auf das Okay der irischen Behörden gewartet." Momentan ist Nordirland mückenfrei, weil es dort sehr kalt ist. Mücken übertragen die für Huftiere gefährliche Blauzungenkrankheit. "Wenn es wieder wärmer geworden wäre, hätten die Behörden ihre Genehmigung wieder zurücknehmen können."

Bei dem holländischen Transportunternehmen Ekipa ist Yhetoo in guten Händen. Sie hat reichlich Futter, ausreichend Platz und sogar die Wahl zwischen kaltem und warmem Wasser. Der Fahrer ist ein auf Großtiere spezialisierter Tierpfleger. Über eine Kamera hat er den Elefanten die ganze Zeit im Blick und kann sofort reagieren, wenn etwas nicht stimmen sollte.

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