Mut, Ausdauer und logisches Denken sind gefragt.

Die Feuerwehr-Kandidaten proben den Ernstfall mit Atemschutzmaske. Sie sollen dabei auch ihre Platzangst überwinden.
Die Feuerwehr-Kandidaten proben den Ernstfall mit Atemschutzmaske. Sie sollen dabei auch ihre Platzangst überwinden.

Die Feuerwehr-Kandidaten proben den Ernstfall mit Atemschutzmaske. Sie sollen dabei auch ihre Platzangst überwinden.

Dirk Jochmann

Die Feuerwehr-Kandidaten proben den Ernstfall mit Atemschutzmaske. Sie sollen dabei auch ihre Platzangst überwinden.

Krefeld. Nervös schauen die jungen Männer die Leiter hinauf. 25 Meter müssen sie rauf und wieder runter klettern. Das gehört zum Einstellungstest der Berufsfeuerwehr Krefeld. Der fand in diesen Tagen statt.

Die meisten erklimmen die Drehleiter, die im Hof der Feuerwache an der Florastraße aufgebaut ist, mühelos. Ein paar unsichere Kandidaten gibt es, aber am Ende hat keiner abgebrochen.

Sehr zur Freude von Karl-Heinz Bauhaus, Teamleiter Ausbildung bei der Feuerwehr Krefeld. Er beobachtet genau, wie sich die Bewerber auf der Leiter schlagen. "Da sieht man die Koordination und ob jemand schwindelfrei ist", sagt der Brandamtsrat.

"Die Feuerwehr hat mich schon immer in ihren Bann gezogen."

Marcel Novacek, Feuerwehr-Anwärter

Für Marcel Novacek (22) aus Moers ist die Drehleiter kein Problem. Der Hochbaufacharbeiter und Maurer ist schon seit Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr Moers, zuerst in der Jugendfeuerwehr, dann bei den aktiven Brandbekämpfern im Löschzug Stadtmitte.

"Feuerwehr hat mich schon immer in ihren Bann gezogen", so Novacek. Darum versucht er mit dem Einstellungstest in Krefeld sein Hobby zum Beruf zu machen.

Nach dem Drehleitersteigen steht der Maskentest an. Da wird eine Atemschutzmaske aufgezogen und dann das Sichtfeld zu geklebt. So soll etwa die Platzangst und das Zurechtfinden im Dunkeln überprüft werden.

Das brachte die Bewerber aber noch lange nicht an ihre Grenzen. Die Erfahrung, wo die eigene Kraft und Ausdauer endet, machten viele erst beim sportlichen Teil.

Der besteht aus einer Art Zirkeltraining unter anderem mit Klimmzügen, einem Fünfersprung, Liegestütz und der Sitzhocke. Zum Abschluss folgen ein 50 Meter Sprint und ein 3000 Meter Lauf. Der ist zu absolvieren in unter 15 Minuten.

"Unsere Anforderungen liegen unter denen des deutschen Sportabzeichens. Sie sind alle machbar", sagt Bauhaus. Dass trotzdem immer nur höchstens ein Drittel den Test schafft, liege wohl an der mangelnden Vorbereitung. Obwohl der Test haarklein aufgelistet auf den Seiten der Stadt zu finden ist.

"Eigentlich müsste man den nur einem Fitnesstrainer geben, der einem dann einen Trainingsplan ausarbeitet." Der Test ist darauf ausgelegt,  für die Feuerwehr einen ausgewogenen Sportler zu finden.

Koordination, Kondition und Kraft seien wichtig. Schließlich wird all das von einem Feuerwehrmann im Einsatz gefordert.

Insgesamt traten 300 Bewerber zum Einstellungstest an. Der begann mit einem schriftlichen Teil zu Rechtschreibung, Raumlehre, Rechnen und logischem Denken.

Danach blieben nur noch 109 Bewerber übrig, die am Montag und Dienstag zum praktischen Test antraten. Davon haben 38 bestanden.

Die einzige weibliche Bewerberin, die es bis zum Sporttest geschafft hatte, war erkrankt. Am Ende sollen elf Kandidaten herauskommen, die die Chance bekommen, Berufsfeuerwehrleute zu werden.

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