Im Klinikum kommt eine Photo-Chemotherapie zum Einsatz.

Krefeld. Bessere Heilungschancen, vor allem für krebskranke Kinder, verspricht ein neues Therapieverfahren im Helios Klinikum. Die Rede ist von der extrakorporalen Photopherese (ECP). Dabei handelt es sich um eine Photo-Chemotherapie, die relativ gut verträglich ist. Dabei wird das eigene Blut gefiltert, die weißen Blutkörperchen werden durch eine UVA-Bestrahlung aktiviert. Das Besondere: Mit einem computergesteuerten Gerät der neuesten Generation können erstmals auch Kinder auf diese schonende Weise behandelt werden.

"Die Behandlungsdauer von Lymphkrebs der Haut, Abstoßreaktionen des Körpers, speziell nach Knochenmarktransplantationen, oder Autoimmunerkrankungen wird deutlich verkürzt", berichtet Privatdozent Dr. Chalid Assaf, Chefarzt der Dermatologischen Klinik am Klinikum. Die Behandlung rege die Immunzellen an.

Assaf, der an der Berliner Charité EU-geförderte Forschungsprojekte mit dem Schwerpunkt Hautkrebs leitet, weist darauf hin, dass der genaue Wirkmechanismus der ECP noch nicht vollständig entschlüsselt sei. Die Forschung hält es auf Grund der positiven Ergebnisse aber für wahrscheinlich, dass das Immunsystems durch die Behandlung gestärkt werde und dadurch Abstoßreaktionen abnehmen. Autoimmunerkrankungen können sogar heilen.

Dazu wird dem Patienten Blut entnommen. Mit einer Zentrifuge werden die weißen Blutkörperchen gefiltert und mit einem lichtsensibilisierenden Medikament versetzt. Das gefilterte Blut mit den angereicherten weißen Blutkörperchen läuft über eine Glasplatte, wird mit UVA-Licht bestrahlt und dem Patienten - ähnlich wie bei einer Dialyse - wieder zugeführt.

In den ersten zwei Monaten muss die Therapie im Abstand von zwei Wochen stationär an je zwei Tagen durchgeführt werden. Die Behandlung dauert jeweils drei Stunden. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.

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