Redaktionsleiter Michael Passon.
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Krefeld. Euphorie oder Depression am Montag nach der Wahl – es war eine gute Woche für Krefeld, es ist eine gute Zeit. Zugegeben, die Sieben-Meilen-Stiefel bleiben im Schrank, aber Krefeld ist eine der wenigen zuletzt arg gebeutelten Kommunen in NRW, für die der Wind von hinten weht. Gute Nachrichten sind kein Zufall, sondern Fakten, die Hoffnung machen. Und davon gibt es in diesen Tagen eine Menge.

Abgesehen von den vielen Dutzend Millionen landessubventionierter Euro, die zeitnah in die Modernisierung und Sanierung von Krefelds Bildungseinrichtungen fließen: Es ist aktuell vor allem die Genehmigung des städtischen Haushaltes 2017 durch die Regierungspräsidentin, die gleich mehrere positive Botschaften ausstrahlt.

Sicher, sie kommt spät, ärgerlich spät, denn der Rat hatte den Antrag schon vor einem halben Jahr gestellt, um Vereine, Verbände, Institutionen und Träger in Bildung, Vereinssport, Kultur oder Sozialem auch 2017 in vollem Umfang mit so genannten Freiwilligen Leistungen versorgen zu können. Dort, wo Krefelds Herz schlägt. Im Schwimmverein, in der Musikschule, in der Suchtberatung gibt es jetzt Planungssicherheit. Das ist nicht selbstverständlich. Noch vor ein paar Jahren durfte Krefeld als heruntergewirtschaftete und bis über beide Ohren verschuldete Stadt im Nothaushalt kaum einen Bleistift kaufen, ohne Düsseldorf um Erlaubnis zu bitten.

Es geht voran, langsam, aber kontinuierlich. Auch ein Verdienst der Politik. SPD, CDU und die kleinen Grünen schaffen es bei aller Verschiedenheit bislang vorbildlich, das Wohl Krefelds voranzustellen. Das ist gut. Solange es funktioniert auch ohne sprudelnde Gewerbesteuereinnahmen. Die Opposition mit umtriebigen Liberalen, Linken und ein paar Einzelkämpfern ist gefährlich klein, das macht die Verantwortung der haushaltstragenden Fraktionen umso größer.

Der Abbau der Traglufthalle ist ein weiteres gutes Signal. Krefeld hat die Flüchtlingswelle nach Kräften gemanagt. Die Sporthallen sind bald wieder benutzbar, die Wohnsituation der Flüchtlinge, anerkannt oder asylsuchend, wird menschenwürdiger und integrationsfreundlicher.

Großartig hier die Leistung der Krefelder Bevölkerung, die in Koordinierungskreisen in den Stadtteilen Hausausgabenhilfe, Sprachunterricht oder schlicht Begegnung organisiert haben. Das macht Krefeld stark. Und nun steht auch noch die Stadtbad-Sanierung vor dem nicht mehr für möglich gehaltenen Durchbruch.

Wer sich weder von Politik noch von Stadtentwicklung abholen lässt: Der KFC ist aufgestiegen, der Zoo freut sich über die Geburt dreier Schneeleoparden und eine neue Erdmännchen-Lodge, schlussendlich rettet ein Jäger endlich den verirrten Rehbock Theo aus einem Bockumer Garten.

Eine gute Woche, eine gute Zeit.

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