Die Marienschule feiert das 125-Jährige Bestehen. Aus einer Familie lernt dort bereits die dritte Generation.

wza_1500x971_621959.jpeg
Drei Generationen, die die Marienschule besuch(t)en: Oma Marlies Geister (r.), deren Tochter Corinna (hinten) und wiederum deren Tochter Celina.

Drei Generationen, die die Marienschule besuch(t)en: Oma Marlies Geister (r.), deren Tochter Corinna (hinten) und wiederum deren Tochter Celina.

Dirk Jochmann

Drei Generationen, die die Marienschule besuch(t)en: Oma Marlies Geister (r.), deren Tochter Corinna (hinten) und wiederum deren Tochter Celina.

Krefeld. Ohne bestandene Aufnahmeprüfung ging damals gar nichts. "War die geschafft, mussten wir uns an die Schulregeln halten. Wir trugen im Winter Röcke über den langen Hosen, im Sommer Blusen nie ohne Ärmel. Der Sport fand in Pumphosen statt. Auf dem Schulhof mussten wir uns paarweise aufstellen, in der Klasse herrschte mucksmäuschenstille Disziplin, und der Tag begann mit dem Gebet."

Marlies Geister aus Hüls muss beim Blick zurück auf ihre Zeit am Gymnasium zwischen 1952 und 1958 lächeln, und die Enkeltöchter, die heute die Schulbank drücken, grinsen. Corinna Leufgen steht als Tochter und Mutter gleichermaßen in der Mitte. Sie machte ihr Abi 1987. Die sechs weiblichen Wesen verkörpern drei Generationen Marienschülerinnen. Sie feierten am Sonntag mit vielen Ehrengästen das 125-jährige Bestehen des Gymnasiums. Außer den Familienbanden eint sie das Wissen: "Es wäre für uns nie eine andere Schule in Frage gekommen."

Die Erziehungsmethoden haben sich in einem halben Jahrhundert stark verändert. Marlies Geister erinnert sich noch genau an ihre erste Klassenlehrerin, Mutter Magdalena. "Und unser Religionslehrer Dr. Hens war der einzige Mann an der ganzen Schule." Ob sie früher mehr gelernt haben, mag sie nicht bestätigen. "Es war sicher anders mit Frontalunterricht und vielen auswendig gelernten Gedichten." Schillers Glocke hat die 68-Jährige ebenso parat wie den Herrn von Ribbeck. Die vier Enkelinnen, allesamt Marienschülerinnen, protestieren: "Den können wir auch."

Bis zur Deutschen Meisterschaft geführt

Sportlehrerin Cilly Knaust gab - neben der Mutter - den Ausschlag für Corinna Leufgen (41), die Marienschule zu besuchen. "In unserer Turn-AG führte sie mich bis zur Deutschen Meisterschaft im Geräteturnen nach Berlin." Nicht nur Mathe, Deutsch und Latein werden groß geschrieben; auch der Sport, und das soziale Engagement sowieso. Die 41-Jährige hat schon Schwester Barbara, die einzige Ursulinin, die heute noch unterrichtet, mit "SAM-B" kennen gelernt. Die "Soziale Aktion Marienschule mit Behinderten" ist natürlich auch den Enkelinnen Celina (15), Kira (12) und den Zwillingen Michelle und Lisanne (11) ein Begriff.

Überhaupt finden es die Mädels lustig, oftmals den gleichen Lehrer zu haben wie ehedem die Mutter. "Das ist cool und echt witzig", findet Celina. Vom paarweisen Aufstellen dagegen haben sich die Schülerinnen schon längst verabschiedet. "Wir gehen in die Klasse und warten, bis der Lehrer kommt." Doch dann steht das Gebet nach wie vor als erstes auf dem Stundenplan.

Celina hat gerade ihre ersten Exerzitien erlebt und ist begeistert. "Wie stehe ich in der Gruppe, wie sieht sie mich?", waren Themen, die besprochen wurden. "Außerdem ging es um bewusstes Lernen und Vertrauensspiele mit den Mitschülern." Dazu Marlies Geister: "Da waren unsere Exerzitien mit vielen Einzelgesprächen noch weltfremder", und die Tochter ergänzt: "Wir haben im Wald noch das ,Ich’ gesucht."

Es hat sich viel geändert in der Schullandschaft in einem halben Jahrhundert. Was bis heute stets Bestand hatte, ist das christlich geprägte Miteinander. Und was die Frauen der Familien Geister und Leufgen anbetrifft: Angesichts von vier Töchtern wird es mit ziemlicher Sicherheit eine vierte Generation Marienschülerinnen geben...

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer