Haus Lange und Esters, Burg Linn und Haus der Seidenkultur: Die WZ hat sich beim Internationalen Tag der Museen genauer umgeschaut.

Haus Lange und Esters, Burg Linn und Haus der Seidenkultur: Die WZ hat sich beim Internationalen Tag der Museen genauer umgeschaut.
Gut besucht: das Haus Lange beim Internationalen Tag der Museen. Manfred Weisters (r.) gewährte den Besuchern im Haus der Seidenkultur einen Einblick in die Weberei-Geschichte. Fotos (4): A. Bischof

Gut besucht: das Haus Lange beim Internationalen Tag der Museen. Manfred Weisters (r.) gewährte den Besuchern im Haus der Seidenkultur einen Einblick in die Weberei-Geschichte. Fotos (4): A. Bischof

Gut besucht: das Haus Lange beim Internationalen Tag der Museen. Manfred Weisters (r.) gewährte den Besuchern im Haus der Seidenkultur einen Einblick in die Weberei-Geschichte. Fotos (4): A. Bischof

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Gut besucht: das Haus Lange beim Internationalen Tag der Museen. Manfred Weisters (r.) gewährte den Besuchern im Haus der Seidenkultur einen Einblick in die Weberei-Geschichte. Fotos (4): A. Bischof

Drei Adressen stehen im Navi: Luisenstraße, Wilhelmhofsallee und Rheinbabenstraße. Was diese Straßen miteinander gemein haben? In jeder befindet sich ein Museum: das Haus der Seidenkultur an der Luisenstraße, die Häuser Esters und Lange an der Wilhelmhofsallee und das Museum Burg Linn an der Rheinbabenstraße.

„Wissen Sie, wo der blaue Mantel, den Königin Elisabeth trug, entstanden ist? Na in Krefeld natürlich!“

Manfred Weisters, Maschinenweber

Um halb zwölf ist der Besucheransturm im Haus der Seidenkultur noch gering. Vier Interessierte lassen sich erklären, warum Krefeld als Samt- und Seidenstadt bekannt ist. Dabei wussten Veronika und Carl-Ludwig Riedel eigentlich gar nichts vom Internationalen Tag der Museen: „Es ist Zufall, dass wir heute hier sind. Wir waren seit der Neueröffnung noch nicht hier und wollten das unbedingt mal in Angriff nehmen.“

In der oberen Etage knarzt der Boden. Zahlreiche Garne in den verschiedensten Farben säumen die Regale. Kein Wunder, wurde hier doch von 1908 bis 1992 fleißig gewebt. Einen Blick in die Geschichte gewährt Manfred Weisters. Der gelernte Maschinenweber erklärt nicht nur die Technik der alten Webstühle, sondern führt diese auch vor. Schritt für Schritt entsteht so ein Unikat. „Wissen Sie, wo der blaue Mantel, den Königin Elisabeth trug, entstanden ist?“, fragt er. Kopfschütteln. „Na in Krefeld natürlich!“ Auch der ehrenamtliche Mitarbeiter Willi Wolters bestätigt: „Viele wissen gar nicht, wie wertvoll Krefeld ist und welche enorme Geschichte sich hier verbirgt.“ Ein Stückchen Heimat, das in diesem Museum auf eindrucksvolle Art näher gebracht wird.

Beim Eintippen der Häuser Esters und Lange meckert das Navi: Warnhinweis, geschlossen. Das Problem ist vor Ort bekannt: „Im Internet steht auf einer Seite fälschlicherweise, das wir heute geschlossen haben, deswegen sind bisher wahrscheinlich noch nicht so viele Besucher hier“, glauben die Mitarbeiter vor Ort.

Dolmetscher übersetzen auf Arabisch, Persisch und Französisch

Ab und an schallen trotzdem Rufe durch die großen Hallen: „Das ist ja großartig, dass wir heute nichts zahlen müssen!“ Zudem haben sich die Mitarbeiter des Museums etwas Besonderes einfallen lassen: In Zusammenarbeit mit der Diakonie haben sie Dolmetscher engagiert, die die Führungen in Arabisch, Persisch und Französisch übersetzen. Thomas Janzen, zuständig für Bildung und Kommunikation, erklärt: „Das soll ein erster Schritt sein, um so auch Menschen, die nicht die deutsche Sprache beherrschen, einen Zugang zur Kultur zu ermöglichen.“

Das Museum füllt sich, und der Klang verschiedener Sprachen erfüllt die Räume. Menschen unterschiedlicher Herkunft bietet das Museum einen Ort der Begegnung, einen Ort, anzukommen und sich zuhause zu fühlen.

Auch das Museum Burg Linn hat sich etwas einfallen lassen: Zusätzlich zum Internationalen Tag der Museen gibt es verschiedene Mitmach-Aktionen für Kinder. Zudem findet die Endausstellung der Aktion „MuseobilBox“ statt, bei der die Kinder ihre eigenen Exponate präsentieren können. Larissa Konze, Museumspädagogin, erklärt: „Wir haben die Endausstellung extra auf den heutigen Tag gelegt, um mehr Besucher anzulocken. Für die Kinder ist es toll, ihre Stücke in einer Ausstellung zu sehen.“ Ziel der Aktion, bei der ein Mal im Jahr Kinder das Museum näher entdecken, ist es, so Konze, den Kindern Zugang zum Museum zu verschaffen und sich mit der Kultur vor Ort auseinander zu setzen.

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