Das ist ein schwerer Schlag für die Krefelder CDU: Seit Freitag ist ihr Fraktionsvorsitzender Wilfrid Fabel Angeklagter in einem Bestechungsprozess. Ihm wird im so genannten LEG-Verfahren Abgeordnetenbestechung und Anstiftung zur Bestechlichkeit und Untreue vorgeworfen.

Es geht um eine Angelegenheit, die schon über zehn Jahre zurückliegt, das Verfahren läuft jetzt bereits seit vier Jahren. Eine quälend lange Zeit. Und eigentlich hatte niemand mehr damit gerechnet, dass die Nichtzulassung aufgehoben wird.

Nun platzt die Eröffnung des Hauptverfahrens mitten in den Kommunalwahlkampf. Selbst wenn der Termin verschoben wird, steht in den Sternen, ob der Prozess bis zu den Wahlen schon abgeschlossen sein wird.

Natürlich gilt auch für eine Reizfigur wie Wilfrid Fabel, an dem sich nicht nur politische Gegner reiben, die Unschuldsvermutung bis zum Urteil. Dennoch wird Wahlkampf mit einem Spitzenkandidaten, der sich vor Gericht verantworten muss, kein Spaziergang.

Das dürfte auch der CDU-Parteispitze klar sein - auch wenn bislang niemand über mögliche Folgen sprechen möchte. Die nächsten Tage werden zeigen, ob der streitbare CDU-Fraktionschef diesen Rückschlag politisch überlebt.

In der Sache ist es gut, wenn ein Gericht nun endlich über die Sache befinden muss. Die langen Ermittlungen, die Anschuldigungen, die juristischen Wendungen mit der Nichtzulassung der Anklage - all das hat einen faden Nachgeschmack hinterlassen. Das aber geht alle Parteien an, denn solche Diskussionen befeuern nur die ohnehin vorherrschende allgemeine Politik(er)verdrossenheit der Bürger.

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