Hunden wird ein positiver Effekt auf den Büroalltag nachgesagt. In der WZ-Redaktion hat ein Vierbeiner das einen Tag lang bewiesen.

Hunden wird ein positiver Effekt auf den Büroalltag nachgesagt. In der WZ-Redaktion hat ein Vierbeiner das einen Tag lang bewiesen.
Unser Bürohund für einen Tag: Titus macht sich in der Redaktion beliebt und sorgt für lächelnde Gesichter.

Unser Bürohund für einen Tag: Titus macht sich in der Redaktion beliebt und sorgt für lächelnde Gesichter.

Andreas Bischof

Unser Bürohund für einen Tag: Titus macht sich in der Redaktion beliebt und sorgt für lächelnde Gesichter.

Krefeld. Ausnahmsweise tapst ein Vierbeiner durch die Redaktion der WZ. Mit wedelndem Schwanz, herausgestreckter Zunge und erwartungsfrohen Augen rennt der kleine Titus durch das Büro. In der Hoffnung, dass der Hund im Anschluss müde wird, hat er extra einen Spaziergang von St. Tönis bis nach Krefeld machen müssen. Trotzdem lässt sich Titus diese Anstrengung nicht anmerken, seine Energie scheint unerschöpflich.

„Agil nennt man das“, ist die Erklärung jedes Hundebesitzers für einen überaktiven Hund. In der Redaktion ist die Freude beiderseits riesig. Jeder wird begrüßt und zum Spielen animiert. Doch nach einiger Zeit legt sich Titus auf seine Decke und gibt Ruhe. Dann geht die Arbeit weiter, allerdings mit einem breiteren Lächeln als vorher.

Immer häufiger sind Hunde in Büros anzutreffen

Hinter dem, was recht lustig klingt, steckt ein ausgereiftes Konzept, das in Deutschland vom Bundesverband Bürohund e.V. unterstützt wird. Immer mehr Arbeitnehmer haben mit steigenden Anforderungen, Stress und der Angst vor dem Jobverlust zu kämpfen. In Deutschland leidet jeder vierte Mann und jede dritte Frau unter chronischem Stress.

Die Anzahl der Fehltage aufgrund von psychischen Symptomen ist seit 1997 um 165 Prozent gestiegen. In einem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse von 2014 wurde festgestellt, dass die 40 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage in 2013 vor allem auf Stress und Überlastung zurückzuführen sind. Die Ursachen sollen durch einen Bürohund ausgeglichen werden.

Ein Hund hat einen positiven Effekt auf den Hormonhaushalt

Laut Studien wird durch das Oxytocin, das beim Streicheln eines Hundes ausgeschüttet und produziert wird, sowohl die psychische, als auch die körperliche Gesundheit verbessert. Oxytocin ist ein Hormon, das zu sozialen Kontakten animiert, den Blutdruck senkt und dabei hilft, das Stresshormon Cortisol abzubauen. Bei regelmäßigen Streicheleinheiten wird es vom Hund und Menschen ausgeschüttet. Randolph T. Barker von der Virginia Commonwealth University hat 2012 herausgefunden, dass Hundebesitzer, die ihren Vierbeiner zur Arbeit mitnehmen, messbar weniger Stress empfinden.

„Ein Hund im Büro lässt Mitarbeiter, Unternehmen und den Hund selbst gesünder sein.“

MarkusBeyer, Vorsitzender der Bürohundinitiative

Darüber hinaus könne die Anwesenheit eines Tiers am Arbeitsplatz „sogar die Zufriedenheit aller Mitarbeiter einer Organisation steigern“, so die Studie. Markus Beyer, Gründer und Vorsitzender der Bürohundinitiative ist sich da sicher: „Ein Hund im Büro lässt Mitarbeiter, Unternehmen und den Hund selbst gesünder sein.“

Sie mögen zwar nicht die Zeitung lesen, sind strubbelig und riechen manchmal aus dem „Maul“, aber Hunde scheinen tatsächlich einen wahrnehmbaren Effekt auf den Büroalltag zu haben. Dieser Meinung ist auch das Team der WZ-Redaktion: „Der Hund war so euphorisch, das hat einen einfach angesteckt. Ich bin fröhlicher, als sonst“, erzählt WZ-Mitarbeiterin Sarah Dickel.

Doch nicht jeder Hund taugt zum Bürohund. Nachdem abgeklärt ist, dass keiner der Kollegen eine Tierhaarallergie, oder gar Angst vor Hunden hat, gilt es für das Tier ein geeignetes Umfeld zu schaffen. Wichtig ist ebenso, dass der Vierbeiner hört und erzogen ist.

Die großen Firmen gehen mit gutem Beispiel voran: Google nennt sich selbst „Dog Company“, Hunde Firma, und ist eines mehrerer großer Unternehmen, in denen Bürohunde herzlich willkommen sind. Markus Beyer beschreibt den Hund als Erinnerungs-App mit Fell, die daran erinnere, dass man für sich und andere sorgen solle.

Ob man sich letztendlich dafür oder dagegen entscheidet, obliegt den einzelnen Unternehmen. Fest steht jedoch, dass der psychologische und hormonelle Effekt unbestreitbar ist.

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