Der Crescendo Chor führte mit Solisten und Orchester das Weihnachtsoratorium in St. Josef auf und gab gerne eine Zugabe.

Chorleiter Heinz-Peter Kortmann dirigiert seinen Crescendo Chor zu Höchstleistungen beim Weihnachtsoratorium von Bach.
Chorleiter Heinz-Peter Kortmann dirigiert seinen Crescendo Chor zu Höchstleistungen beim Weihnachtsoratorium von Bach.

Chorleiter Heinz-Peter Kortmann dirigiert seinen Crescendo Chor zu Höchstleistungen beim Weihnachtsoratorium von Bach.

Dirk Jochmann

Chorleiter Heinz-Peter Kortmann dirigiert seinen Crescendo Chor zu Höchstleistungen beim Weihnachtsoratorium von Bach.

Krefeld. Es ist immer ein herausragender Abschluss des musikalischen Jahres für St. Josef und weit darüber hinaus, wenn der Crescendo Chor sein Weihnachtskonzert bietet. Auch in diesem Jahr gab es zu den beiden Aufführungen des Weihnachtsoratoriums mit den Kantaten 1 bis 3 zweimal ein fast ausverkauftes Konzert. Zwischen 800 und 900 Zuhörer lockte das Programm am vergangenen Wochenende an.

Singende Kinder und Jugendliche hatten ihren ersten großen Auftritt

Chorleiter und Dirigent Heinz-Peter Kortmann hatte in seiner Begrüßung Recht, dass das Weihachsoratorium von Johann Sebastian Bach das bekannteste sei. „Und für viele Menschen gehört es zu Weihnachten dazu, wie der Tannenbaum und der Gang zur Kirche.“

Besonders erfreulich war bei diesem Auftritt des Crescendo Chors in Zeiten des weit verbreiteten Nachwuchsmangels und des Chor-Sterbens, dass die erste Reihe komplett aus Kindern und Jugendlichen bestand. 15 Sänger im Alter von zehn bis 16 Jahren hatten ihren ersten großen Auftritt.

Die erfolgreiche Nachwuchsarbeit von Kortmann zeigt sich darin, dass zum einen der Crescendo Chor eine eigene Kinder- und Jugendabteilung besitzt und er daneben auch noch an seiner alten Wirkungsstätte den Jugendchor St. Christophorus aufgebaut hat. So schloss er seine Begrüßung mit den Worten an die jungen Leute: „Ich bedanke mich bei euch besonders, dass ihr euch darauf eingelassen habt!“

Mit Pauken und Trompeten begannen die Mitglieder des Rheinischen Oratoriumorchesters. Dass da die frohe Botschaft des Weihnachtsgeschehens von Johann Sebastian Bach zum Jahreswechsel 1734/35 vertont wurde, wurde gleich hörbar. Ein strahlender Jubelgesang des Chors füllte sofort den Kirchenraum. „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage!“ wurde so nachvollziehbar, auch wenn die altertümliche Sprache nicht mehr jedem verständlich ist.

Tenor entpuppt sich als wunderbarer Erzähler

Das biblische Geschehen schilderten die Solisten in ihren Rezitativen. Dabei erwies sich der Tenor Marcus Ullmann als ein Erzähler, dem man ausgezeichnet folgen konnte. Besonders reizvoll sind in dem Weihnachtsoratorium von Bach die Arien, bei denen es dank solistischer Instrumentalisten aus dem Kreis des Orchesters zu schönen Duetten kam.

Das wurde hörbar in der Arie des Bass (Thilo Dahlmann) „Großer Herr, o starker König“ mit der ersten Trompete (Nikolai Belli) und bei der Arie „Frohe Hirten, eilt“ des Tenors mit der Flötistin Barbara Kortmann. Die Altistin Claudia Darius bot ein wunderbares Duett mit der Sologeigerin Gaby Ziebell zu „Schließe, mein Herze, dies selige Wunder fest in deinem Glauben ein“. Weniger gefordert wurde im ersten Teil des Weihnachtsoratoriums, der das eineinhalbstündige Konzert füllte, die Stimme des Soprans. Trotzdem nutzte Ewa Stoschek die Gelegenheit, ihre Rolle lebendig zu machen. Besonders schön kam die barocke Musik in dem einzigen reinen Orchesterstück, einer Sinfonia, heraus, wenn die historischen Instrumente, Oboe d’amore und Oboe da caccia, erklangen.

Der Crescendo Chor verstand es, allen Arien und Rezitativen einen glänzenden Rahmen zu geben. Das Jubeln und Frohlocken, das Bach vom Chor in seinem Weihnachtsoratorium größtenteils fordert, setzte er stimmgewaltig mit bester Artikulation und großer Homogenität um. Und dazu konnte man auch den Nachwuchs in der ersten Reihe voll zählen, der sich so professionell wie die Großen präsentierte.

Ein begeisternder Auftritt aller, der das Publikum ebenfalls zu einem Jubeln und stehendem Applaus hinriss. Da konnte der Dirigent nicht anders, als seinen Musikern nach ihrem engagierten Einsatz noch eine Zugabe zu entlocken.

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