Die Stadt Krefeld schließt ein Unternehmen. Das klingt ungeheuerlich und hinterlässt, da es sich um einen privaten Rettungsdienst handelt, zwangsläufig einen Beigeschmack. Denn die Stadt hat selbst Rettungswagen. Dass der Chef der City-Ambulanz vor Jahren strafrechtlich belangt worden ist, könnte sie also als willkommene Gelegenheit genutzt haben, einen Mitbewerber auszuschalten.

Natürlich wird dies bestritten, auch wenn der ein oder andere Verantwortliche bei der Stadt zumindest kurz so gedacht haben wird. Tatsächlich aber ist das Recht auf der Seite der Behörde.

Heinz Husch und seine City-Ambulanz waren nie ein bequemer Verhandlungspartner für die Stadt. Seit Anfang der 90er Jahre traf man sich immer wieder vor Gericht. Das hat dem Rettungswesen in Krefeld nicht gut getan und regelmäßig zu gegenseitigen Schuldzuweisungen geführt.

Zumindest das hätte vermieden werden können, wenn die Stadt mit dem Antrag Huschs auf eine Betriebsgenehmigung vor mehr als zwei Jahrzehnten von vorneherein anders umgegangen wäre. Das Unternehmen hätte schon bei der Zulassung in ein gesamtstädtisches Konzept eingebettet werden müssen. Stattdessen arbeitete die City-Ambulanz stets parallel zu Feuerwehr und Hilfsorganisationen. Die Steuerung von einer Zentrale aus, nämlich der Feuerwehr-Leitstelle, kam erst gut 20 Jahre später - sinnvoll, aber zu spät, um die bestehenden Strukturen umbiegen zu können. Die City-Ambulanz hat das letztlich Einsätze und damit Erlöse gekostet.

Heinz Husch sagt, er sei zu Unrecht wegen einer Straftat verurteilt worden. Eine Verurteilung, die nun seine Existenz bedroht. Er muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er nicht alle Rechtsmittel ausgeschöpft hat. Denn sollte er jetzt tatsächlich in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen werden, kommt das für die City-Ambulanz zu spät. Mit der Insolvenz ist sie Geschichte.

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