Rund 1100 Asylsuchende leben derzeit in Krefeld. Wie ihnen geholfen werden kann, darüber diskutierte die SPD.

Soziales
Über 250 Krefelder waren dem Aufruf von Wolfgang Merkel (2.v.r.), Bezirksvorsteher Ost, gefolgt und spendeten Kleidung oder Spielzeug für die Flüchtlinge im Kirschkamperhof in Traar. Merkel und Sozialamtsleiter Wolfram Gottschalk (l.) verteilten die Spenden.

Über 250 Krefelder waren dem Aufruf von Wolfgang Merkel (2.v.r.), Bezirksvorsteher Ost, gefolgt und spendeten Kleidung oder Spielzeug für die Flüchtlinge im Kirschkamperhof in Traar. Merkel und Sozialamtsleiter Wolfram Gottschalk (l.) verteilten die Spenden.

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Über 250 Krefelder waren dem Aufruf von Wolfgang Merkel (2.v.r.), Bezirksvorsteher Ost, gefolgt und spendeten Kleidung oder Spielzeug für die Flüchtlinge im Kirschkamperhof in Traar. Merkel und Sozialamtsleiter Wolfram Gottschalk (l.) verteilten die Spenden.

Krefeld. „Machen, selbst aktiv werden, eine Initiative gründen oder einen Verein.“ Das rät Reinhard Hellgrewe Fragestellern, die wissen wollen, wie man sich in die Unterstützung von Flüchtlingen einbringen könne. Hellgrewe ist seit zwei Jahren einer von rund hundert ehrenamtlichen Mitarbeitern der Diakonie Düsseldorf in diesem Bereich. Er ist zudem Mitglied des SPD-Ortsvereins Mitte, für den Anke Drießen-Seeger rund 30 Interessierte in das Josef-Hellenbrock-Haus am Südwall eingeladen hat.

Als zweiter Experte hat Günter Pahl, Abteilungsleiter im städtischen Fachbereich Soziales und Wohnen, eine frohe Nachricht: „Eine der Familien, die kürzlich im Kirschkamper Hof in Traar untergebracht wurden, ist jetzt von drei auf vier Mitglieder angewachsen.“ Eine junge Frau hat in der Fremde am Luiter Weg ein Kind zur Welt gebracht. Der Hof, der derzeit als Erstaufnahmeeinrichtung des Landes genutzt wird, soll ab 9. März wieder seinen ursprünglichen Zweck erfüllen. Die Asylsuchenden werden dann in Köln und Neuss untergebracht.

Nicht so die junge Familie, kündigt Pahl an. „Wir wollen ihr den Umzugsstress mit dem Säugling ersparen.“ Ende des Monats sollen die ersten 130 Asylbewerber unter anderem aus der Turnhalle Lindenstraße in das frühere Seniorenheim an der Westparkstraße einziehen. „Wir brauchen dieses Heim dringend, denn in den nächsten Wochen rechnen wir mit einem deutlichen Anstieg der Zahlen“, sagt Pahl.

Christoph Bönders erläutert für den Flüchtlingsrat, dass in Krefeld die Caritas federführend in der Betreuung sei. Auch sie führe bereits eine Kartei mit ehrenamtlichen Helfern und biete Qualifizierungskurse an. Wichtig sei beispielsweise Sprachunterricht für Erwachsene. Näheres sei über die Internetseite des Flüchtlingsrates zu erfahren.

Von individuellen Besuchen in Flüchtlingsunterkünften rät Pahl dringend ab: „Diese sind kein Zoo. Die Ankömmlinge brauchen vor allem zwei Dinge: Ruhe und etwas zum Essen.“

Zur Zeit sind in Krefeld 531 Menschen in Sammelunterkünften untergebracht (darunter zwei Turnhallen), 217 leben im Familienverband in Großwohnanlagen (u.a. Philadelphia- und Oppumer Straße) und 351 verfügen über eigene, von der Stadt angemietete Wohnungen. 41 Objektbetreuer stünden derzeit für die Flüchtlinge zur Verfügung. Die Zahl der Sozialabeiter für die über tausend Menschen liege derzeit bei drei, ein vierter wird noch gesucht.

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