Die ersten fünf Lofts sind im Rohbau fertig. Auch am Restaurant wird gearbeitet. Die WZ wirft einen exklusiven Blick hinein.

In diesem Raum entsteht unter dem Arbeitstitel „Küferei“ ein Restaurant.
In diesem Raum entsteht unter dem Arbeitstitel „Küferei“ ein Restaurant.

In diesem Raum entsteht unter dem Arbeitstitel „Küferei“ ein Restaurant.

In diesem Raum entsteht unter dem Arbeitstitel „Küferei“ ein Restaurant.

Blick in den Lichthof, der im Inneren des Gebäudes entstanden ist.

Im zweiten Obergeschoss wurden großzügige Büros gebaut – mit Rheinblick.

Jochmann, Dirk (dj), Bild 1 von 4

In diesem Raum entsteht unter dem Arbeitstitel „Küferei“ ein Restaurant.

Krefeld. Das Licht ist zurückgekehrt in die alte Lagerhalle. Nach Jahrzehnten scheint wieder die Sonne ins Gebäude, einen Steinwurf entfernt glitzert der Rhein. Hinter zugemauerten Fenstern waren hier die empfindlichen Fässer der Weinbrennerei Dujardin gelagert: Sonnenlicht hätte sie ausgetrocknet. In die nun taghellen Räume sollen im Oktober die ersten Mieter einziehen. Sie werden in außergewöhnlichen Wohnungen leben, offen, hell und modern, mit teils 6,50 Meter hohen Decken.

„Wir wollen Menschen hierher bringen, die sonst nicht unbedingt an Uerdingen dächten.“

Matthias Melcher, Inhaber der Weinbrennerei Dujardin

Zwei der fünf Lofts, die jetzt im Rohbau fertig sind, hat Dujardin-Besitzer Matthias Melcher bereits vermietet – trotz eines stolzen Preises von 13,50 Euro pro Quadratmeter. „In Düsseldorf zahlt man das Doppelte“, betont Melcher. Die Mieter sind Menschen, die das Besondere suchen: „Sie wollen das Gefühl haben: Dies ist mein Reich – und es ist anders als andere Wohnungen.“

Diesen Anspruch werden die Lofts erfüllen. Nichts ist hier Standard, jedes Bauteil steht im Dienst einer Vision. Dieses große Wort benutzt Melcher selbst nicht, doch er handelt genau danach: „Man soll hier immer wissen: Ich befinde mich in einer Fabrikhalle.“ Dazu gehört auch, dass man „mit der Harley unten in den Aufzug fährt und sie oben in der Wohnung parken kann.“

Die Lofts, die alle auf zwei Ebenen liegen, sind zwischen 70 und 200 Quadratmeter groß. Sie verfügen über eine fest eingebaute Küche und Fußbodenheizung, die mit Fernwärme betrieben wird. Die fast 15 Zentimeter dicke Dämmung liegt innen. „Wir wollten nicht die schöne Backsteinfassade versauen“, erklärt Matthias Melcher.

Besonders stolz ist er auf den Lichthof, der im Inneren des Gebäudes entstanden ist. Fünf Tage sollte es dauern, die zwölf Zentimeter dicke Betondecke herauszureißen, um den Wohnungen noch mehr Licht zu verschaffen. „Am Ende haben die Handwerker 20 Tage lang gestemmt. Die Decke war 40 Zentimeter dick und bestand teilweise aus massivem Bunkerbeton.“

So lange das Gebäude nicht fertig ist, ergibt ein Verkauf keinen Sinn

Ende Juli hat das Oberverwaltungsgericht Münster einen Teil der Bebauungspläne für das Projekt „Rheinblick“ für unwirksam erklärt. Damit werden die seit mehr als zehn Jahren verfolgten Pläne, die Industriebrachen am Uerdinger Rheinufer zum Wohn- und Lebensraum umzugestalten, erneut zurückgeworfen.

Die schnellen Veränderungen in der Weinbrennerei haben Vorbildcharakter für das gesamte Projekt Rheinblick. „Wir sind drangeblieben“, erklärt dazu Matthias Melcher. „Wir haben bei der Verwaltung genervt, gefragt und gedrückt, bis die Pläne durch waren.“ Allerdings gibt es auch rechtliche Unterschiede, die das Verfahren bei Dujardin erleichtern: „Die Tatsache, dass die Dujardinstraße als natürlicher Hochwasserschutz gilt, hat uns fünf Jahre Diskussionen erspart.“

Überraschungen dieser Art hält das gut 90 Jahre alte Gebäude am laufenden Band bereit. Deshalb hat Melcher sich auch zunächst für die Vermietung der Lofts entschieden: „So lange das Gebäude nicht fertig ist, ergibt ein Verkauf keinen Sinn. Es ist rechtlich zu kompliziert, bei jeder Kleinigkeit erst die Eigentümer zu fragen.“

Schließlich ist, wenn die fünf Lofts und die darunter liegenden Büros fertig sind, lediglich der erste Bauabschnitt abgeschlossen. Nach dem Altbau von 1920 nimmt Melcher den Neubau von 1968 in Angriff – mit weiteren Büros und fünf Lofts, die „ganz anders aussehen werden“. In zwei Jahren soll alles fertig sein.

Im Restaurant „Küferei“ gibt es bald „gute Portionen zu fairen Preisen“

Bis dahin verfügt die ehemalige Weinbrennerei wohl auch über ein Restaurant, das den Arbeitstitel „Küferei“ trägt. Wo noch bis ins Jahr 2000 Fässer hergestellt wurden, soll ein kleines, gemütliches Gasthaus entstehen, angegliedert an den bereits erfolgreichen Biergarten. Frisch zubereitete deutsche Küche soll es dort geben, sagt Melcher: „Gute Portionen zu fairen Preisen.“ In Kürze wird der Holzboden verlegt, eine offene Küche installiert.

Melcher wäre nicht Melcher, wenn er mit all dem nicht auch Hoffnungen für Uerdingen verbände: „Wir wollen die Stadt beleben und Menschen hierher bringen, die sonst nicht unbedingt daran dächten.“ Angefangen mit dem Tag der offenen Tür: Am 3. und 4. September, 10 bis 16 Uhr, kann jeder die neuen Lofts und Büros besichtigen.

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