Nur bis Ende März wird der Schwerverkehr über die Südroute geführt. Dann soll die neue Anbindung fertig sein.

Hohenbudberg
Zufahrt zum neuen Container-Terminal Hohenbudberg von der Dahlingstraße in Duisburg-Friemersheim.

Zufahrt zum neuen Container-Terminal Hohenbudberg von der Dahlingstraße in Duisburg-Friemersheim.

Dirk Jochmann

Zufahrt zum neuen Container-Terminal Hohenbudberg von der Dahlingstraße in Duisburg-Friemersheim.

Krefeld. Der Duisburger Hafen treibt seine Expansion zügig voran. Bereits in den nächsten Wochen wird das Terminal Hohenbudberg an der Krefelder Stadtgrenze seinen Betrieb aufnehmen. Die Bezirksregierung Düsseldorf hatte für das Projekt erst im November 2012 mit dem sogenannten Planfeststellungsbeschluss grünes Licht erteilt.

In Krefeld wurde das Projekt der Duisburger stets mit Argwohn verfolgt. Grund: die Angst vor noch mehr Lkw-Verkehr auf den Uerdinger Straßen.

CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel griff diese Sorgen Mitte Dezember auf und warf Oberbürgermeister Gregor Kathstede „Verrat“ an den Interessen der Krefelder Bürger vor. Kathstede hatte zuvor in der Konferenz der Fraktionsvorsitzenden gegen die Stimmen von CDU und FDP auf Einwendungen gegen den Bau des Terminals verzichtet. Der Verwaltungschef schloss sich damit der Meinung von SPD, Grünen und UWG an.

Der Rat hatte nur Bedenken wegen der Verkehrsführung

Den Angriff seines Parteifreundes Fabel bezeichnete Kathstede als „irreführend und sachlich falsch“. Anders als von Fabel behauptet, habe sich der Stadtrat nie gegen das Terminal an sich ausgesprochen, sondern gegen die zeitweise vorgesehene Verkehrsführung über Krefelder Stadtgebiet. Diesen Bedenken sei die Bezirksregierung Düsseldorf aber nicht gefolgt.

Konkret geht es um die Anbindung des Terminals über die sogenannte Südroute: Der Schwerlastverkehr zur A 57 fließt über Dahlingstraße, Dorfstraße, Am Kreuz und die Rheinhausener Straße. Kathstede nennt die vorübergehende Nutzung dieser Krefelder Straßen „bedauerlich“, verweist allerdings darauf, dass sich in dem fraglichen Bereich überhaupt keine Wohnbebauung befinde, sondern Industrieansiedlung, die bereits heute naturgemäß auch Lkw-Verkehr habe.

Hauptnutzer des Terminals wird der Chemiepark sein

Der Duisburger Hafen will in Rheinhausen am Rande Krefelds in das Terminal Hohenbudberg etwa 20 Millionen Euro investieren. Gebaut werden zwei Rangiergleise und ein Kombiterminal mit sieben Umschlaggleisen und zwei Portalkränen. Es gibt eine Anbindung an die öffentlichen Gleise der Bahn.

An den Start geht das Terminal bereits in den nächsten Wochen. Bei voller Auslastung können in der Anlage bis zu 250 000 Container jährlich umgeschlagen werden.

Der Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung liegt von morgen, Donnerstag. bis zum 16. Januar im Stadthaus am Konrad-Adenauer-Platz für jedermann zur Einsicht aus.

Nach Angaben des Duisburger Hafens wird die Südroute nur bis Ende März 2013 genutzt. Bis dahin sei die Anbindung des Terminals über die Straße Am Stellwerk und die neue Eisenbahnbrücke zur L 473 n gewährleistet.

Sollte die Errichtung der neuen Brücke länger dauern, wäre das zumindest aus Sicht der Bezirksregierung kein Problem. Marielle Erb, Sprecherin der Behörde, teilte auf Anfrage mit, dass die Nutzung der Südroute in der ersten Betriebsstufe des Terminals Hohenbudberg bis zu zwölf Monate erlaubt sei.

Mittel- und langfristig wird die Anlage Krefelder Straßen in jedem Fall entlasten. Denn Hauptnutzer des Terminals ist der Chemiepark in Uerdingen. Ziel ist es, Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Während heute fast alle Rohstoffe auf dem Wasserweg zum Chemiepark kommen, verlassen die Produkte das Gelände überwiegend über die Straße. Jährlich rollen 120 000 Lastwagen, zum Teil mit Gefahrstoffen. Über eine private Werksstraße werden die Güter künftig vom Chemiepark zum Terminal transportiert und dort auf Züge verladen.

„Auch wenn es uns nicht so sehr gefällt, dass Duisburg hier das Geschäft macht, wird der Chemiepark von der Anlage logistisch und auch wirtschaftlich profitieren“, so Kathstede. Das sichere im Chemiepark Arbeitsplätze und müsse damit auch im Krefelder Interesse sein.

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