Fernand Lenaerts, Vorstand bei Bayer 05 Uerdingen, pflegt die Kontakte über Grenzen hinweg. Venlo als Vorbild.

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Er pflegt den Kontakt mit Dünkirchen: Fernand Lenaerts.

Er pflegt den Kontakt mit Dünkirchen: Fernand Lenaerts.

Dünkirchen: Vor allem im Sommer lockt die französische Hafenstadt viele Touristen an.

Dünkirchen: Vor allem im Sommer lockt die französische Hafenstadt viele Touristen an.

A. Bischof, Bild 1 von 3

Er pflegt den Kontakt mit Dünkirchen: Fernand Lenaerts.

Krefeld/Dünkirchen. Sport verbindet - auch über Grenzen hinweg. So lässt sich in Kürze der olympische Gedanke zusammenfassen. Beseelt von diesem hat Fernand Lenaerts, Vorstand des Sportclubs Bayer 05 Uerdingen, Kontakt zu Krefelds französischer Partnerstadt Dünkirchen aufgenommen.

"Es ist relativ einfach, mit Sport Menschen zusammenzubringen", sagt der 77-jährige gebürtige Belgier. Und mit Dunkerque, so der französische Name, hat er einen Volltreffer gelandet. Der Ort wurde 2002 von der Sportzeitung "L’Equipe" zur "sportlichsten Stadt Frankreichs mit mehr als 20000 Einwohnern" gewählt.

Der SC Bayer 05 Uerdingen ist mit 5500 Mitgliedern Krefelds größter Verein. Mit der Partnerstadt Venlo funktioniert der sportliche Austausch bereits bestens. In Dünkirchen wurde die Idee ebenfalls mit Begeisterung aufgenommen. "Wir möchten vor allem den jungen Mitgliedern etwas bieten", erklärt Lenaerts das Motiv für seine internationalen Bemühungen. "Viele sind begeistert, ins Ausland zu fahren und sich in sportlichen Wettkämpfen miteinander zu messen."

Vor allem im Sommer ist Dünkirchen ein reizvolles Ziel. Die Hafenstadt, ein französischer Touristenmagnet, liegt direkt an der Nordsee, etwa 10 Kilometer von der belgischen Grenze und 350 Kilometer von Krefeld entfernt. "Es ist ein interessanter Ort", zieht Lenaerts nach seinem ersten Besuch Bilanz. "Die Menschen sind freundlich und offen. Und das Essen ist wirklich sehr gut. Kein Wunder, schließlich gibt es hier französische Küche vom Feinsten." Eine Promenade, gesäumt von vielen Restaurants, führt am langen Sandstrand entlang.

Bereits im 7. Jahrhundert wurde Dünkirchen, damals noch eine kleine Fischersiedlung, erstmals urkundlich erwähnt. Zu historischer Berühmtheit gelangte die Stadt aber im Laufe des Zweiten Weltkriegs. "Die Wehrmacht war 1940 bis dahin vorgestoßen", sagt Lenaerts. "Es waren mehrere hunderttausend Soldaten der französischen Armee und des britischen Expeditionskorps eingekesselt."

Dünkirchen ist seit Juni 1974 Partnerstadt von Krefeld. Rund 70000 Menschen leben hier, mit den Vororten sind es etwa 200000. Der Hafen bildet das wirtschaftliche Rückgrat. Dünkirchen beherbergt eine Universität mit 10000 Studenten.

Seit 1955 findet Anfang Mai das Radrennen "Vier Tage von Dünkirchen" statt. Die Stadt ist auch regelmäßig Etappe der Tour de France.

Während der mehrere Tage dauernden Schlacht von Dünkirchen wurde die Stadt weitgehend zerstört. "Aber während der Operation Dynamo gelang es der britischen Marine, mehr als 300000 Soldaten über den Ärmelkanal zu evakuieren." Nach der Invasion der Alliierten 1944 erklärte die Wehrmacht Dünkirchen zur Atlantikfestung. Erst nach Kriegsende konnte sie befreit werden.

Lenaerts, der sich selbst noch gut an den Krieg erinnern kann, will dabei helfen, die deutsch-französische Städtepartnerschaft mit Leben zu erfüllen - und damit zur Völkerverständigung beizutragen. Ihm schwant, dass ein großes Stück des organisatorischen Aufwands an ihm hängen bleiben wird. Das hat auch einen einfachen Grund: "Ich bin der einzige hier, der Französisch spricht", sagt er lachend.

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