Party-Betreiber Volko Herdick hatte in der WZ Wohnungen an der Königstraße angekündigt. Hauptgesellschafter Carsten Kox sagt nun, es gebe „völlig andere Überlegungen“.

Gehen die Disko-Lichter in der Partylocation an der Königstraße doch noch nicht aus? Neue Partys ab Oktober sind denkbar – jedenfalls so lange die Immobilie nicht verkauft ist, sagt Hauptgesellschafter Carsten Kox.
Gehen die Disko-Lichter in der Partylocation an der Königstraße doch noch nicht aus? Neue Partys ab Oktober sind denkbar – jedenfalls so lange die Immobilie nicht verkauft ist, sagt Hauptgesellschafter Carsten Kox.

Gehen die Disko-Lichter in der Partylocation an der Königstraße doch noch nicht aus? Neue Partys ab Oktober sind denkbar – jedenfalls so lange die Immobilie nicht verkauft ist, sagt Hauptgesellschafter Carsten Kox.

Archiv Andreas Bischof

Gehen die Disko-Lichter in der Partylocation an der Königstraße doch noch nicht aus? Neue Partys ab Oktober sind denkbar – jedenfalls so lange die Immobilie nicht verkauft ist, sagt Hauptgesellschafter Carsten Kox.

Krefeld. Verkaufen, abreißen – oder doch erst mal weiter feiern? Was aus der Königsburg wird, scheint dieser Tage einmal mehr ungewiss. Während Mieter und Veranstalter Volko Herdick die letzte Party für Ende August ankündigte, bevor die Kultdisco endgültig ihre Türen schließen sollte (die WZ berichtete), meldet sich jetzt Carsten Kox, Hauptgesellschafter und Geschäftsführer der Königskind GmbH, die Inhaber der Immobilie an der Königstraße ist, zu Wort.

Für Kox, der 63,25 Prozent der Geschäftsanteile an der Diskothek hält – die weiteren 36,75 Prozent sind in den Händen von Herdicks Mutter, Hannelore Clausen – ist die Königsburg als Partylocation noch nicht Geschichte: „Richtig ist, dass möglicherweise Herr Herdick im Rahmen seines Mietverhältnisses die letzte Party am 26. August veranstaltet, was aber keinesfalls für die Versammlungsstätte Königsburg im Allgemeinen gilt – im Gegenteil“, sagt Kox.

Derzeit „reife“ nämlich die Idee, ab Oktober eine neue „Partyreihe in der Königsburg ins Leben zu rufen, die vielleicht allen Liebhabern der legendären Diskothek gerecht werden könnte“. Einen möglichen Titel gibt es auch schon: „Geschlossene Gesellschaft“ sei die Idee eines Veranstalters aus Krefeld und könne mit „mainstreamiger Musik von den 80ern und 90ern bis heute“ ein breites Publikum abholen, hofft Kox. Zumindest so lange, bis der Deal um die Königsburg endgültig in trockenen Tüchern und ein Käufer gefunden ist.

Geschäftsführer Kox will Investoren nicht verprellen

Volko Herdick würdigt Kox’ Party-Pläne nur mit einem knappen Kommentar: „Wenn er weiter Veranstaltungen machen will, kann er das natürlich. Ich sehe das sportlich.“ Bisher sei er allerdings davon ausgegangen, so Herdick, mit dem Auslaufen des Mietvertrags Ende August mit seiner „Closing-Party“ das Licht in der Königsburg auszumachen.

Rückblick: Bereits im Juni 2015 hatte die Königskind GmbH erstmals das Vorhaben öffentlich gemacht, die Kultdisco an der Königstraße zu verkaufen. Daraus wurde nichts. Herdick als Geschäftsführer der Krefelder Rennbahn Gastronomie und Dienstleistungsgesellschaft GmbH unterschrieb als Veranstalter einen Mietvertrag für ein Jahr. In einer Gesellschafterversammlung im Dezember vergangenen Jahres habe man sich schließlich gemeinsam dafür entschieden, erneut an den Markt zu gehen und die Immobilie zu verkaufen.

Carsten Kox, der als Hauptgesellschafter der Königskind GmbH mehrheitlich Anteile an der Königsburg hält, betont, er könne „autonom per Mehrheitsbeschluss jede erdenkliche Entscheidung betreffend der möglichen Standortentwicklung oder auch alternativ jedwede Form der der weiteren Verwendung der Immobilie als Versammlungsstätte sowie weitere denkbare Pachtverhältnisse autorisieren“.

Dass die Königsburg weiter als Disco genutzt werde, sei unwahrscheinlich, so Kox. Investoren interessieren sich etwa dafür, das Gebäude abzureißen, um an der Königstraße Wohnungen zu bauen, oder die Fassade zu erhalten, um auf dem Gelände dahinter eine Markthalle zu verwirklichen.

Das Diskotheken-Sterben zeige, „die Zeit der Großraum-Diskos ist vorbei“, glaubt Kox. Deshalb habe man das Objekt auch nicht mehr als Diskothek inklusive Inventar, sondern für Bauträger und Projektentwickler „jedweder Verwendungsrichtung“ angeboten, erklärt er, betont aber auch: „Das durch Herrn Herdick erwähnte Wohnhaus mit Discounter im Erdgeschoss gehört nicht zu den favorisierten Überlegungen der Gesellschaft.“ Diese Darstellung spiegele „maximal Herdicks persönliche Meinung und dessen eigenen Kenntnisstand“ wider.

Das erneute Hin und Her um die Königsburg ist ein weiterer Höhepunkt in dem seit Jahren schwelenden Streit zwischen Kox und Herdick. Kox fürchtet nun, durch Herdicks „nach außen kommunizierte Darstellungen“ würden mögliche weitere Investoren verprellt. „Drei bis vier Interessenten“ für die Immobilie an der Königstraße gebe es derzeit, die Verhandlungen seien zäh und zögen sich seit mehreren Monaten, „länger als erwartet“.

Noch sei man weit entfernt, von Verkauf oder gar einen Abriss der Königsburg für Wohnbebauung zu sprechen, betont Kox. Ebenso denkbar sei derzeit etwa, dass die Fassade des Gebäudes erhalten bleibe und dahinter eine Markthalle entstehe. „Final lässt sich erst dann ein Ergebnis vermelden, wenn sich mögliche Investoren mit den Behörden auf eine wirtschaftliche sowie genehmigungsfähige Lösung verständigt haben“, sagt Kox und hält den Spannungsbogen hoch: „ . . . was sich demnächst ergeben könnte . . .“

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