Über die Baustelle am Ostwall schlagen Einbrecher ein Loch in die Wand eines Goldschmiedeateliers. Rainer Bartelsheim vermisst auch viele Erinnerungsstücke.

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Rainer Bartelsheim zeigt das Loch, das die Einbrecher in die Wand seines Ateliers geschlagen haben.

Rainer Bartelsheim zeigt das Loch, das die Einbrecher in die Wand seines Ateliers geschlagen haben.

samla

Rainer Bartelsheim zeigt das Loch, das die Einbrecher in die Wand seines Ateliers geschlagen haben.

Krefeld. Es klingt nach einem Plot aus einem Hollywood-Film: Böse Buben, die sich den Weg durch eine Wand schlagen, um an fette Beute zu gelangen. Nur diesmal liegt Hollywood in Krefeld und es handelt sich um bittere Realität.

Rainer Bartelsheim kann es auch am Mittwoch noch nicht so recht fassen. In der Nacht zu Dienstag sind Einbrecher über den Bauzaun am Ostwall gestiegen, um von der Baustelle aus in das Goldschmiedeatelier des 70-Jährigen zu gelangen. Ein überraschend kleines Loch klafft in der Mitte der Wand, Steinbrocken und Putzreste bedecken das zarte, antike Mobiliar davor. „Da wird einem ganz komisch, wenn man bedenkt, dass die da womöglich ein Kind durchgeschoben haben“, blickt Bartelsheim kopfschüttelnd auf das Loch. Der Einbrecher muss zumindest sehr schlank gewesen sein.

Beziffern kann Bartelsheim den Schaden noch nicht

Unstet wechselt der Goldschmiedemeister von einem Raum zum nächsten. Die traurige Aufgabe: „Ich sitze gerade an einer Liste für die Polizei, was alles entwendet wurde.“ Beziffern lässt sich der Schaden für den 70-Jährigen nur schwer. Bartelsheim – seit 1970 im Geschäft – ist in Krefeld auch fernab seiner eigentlichen Profession kein Unbekannter: Mit der Schautermann-Tillies-Jazzband zog der Trompeter und Sänger einst durch die Lande, überall in Büro, Atelier und Werkstatt erinnern Instrumente, Fotos und Tonträger an diese Zeit, ebenso eigens hergestellte silberne Anstecker und Deko-Objekte, die verschiedene Instrumente abbilden.

In der nächsten Nacht legt sich der Goldschmiedemeister auf die Lauer

Und so schmerzt es ihn ganz besonders, dass die Einbrecher einige Erinnerungsstücke haben mitgehen lassen. Nicht zuletzt zwei Silbermedaillen, die Bartelsheim bei einem renommierten Goldschmiedewettbewerb gewann, und ein Zigarettenetui seines Vaters. „Gott sei Dank habe ich die wertvollsten Stücke gesichert im videoüberwachten Büro und im Tresor“, tröstet er sich. Doch allein ein gestohlener Brillant koste im Einkauf 2560 Euro.

Da auch noch in der Nacht zu Mittwoch das Loch in der Wand klaffte, legte sich Bartelsheim bewaffnet auf die Lauer. Zum Glück ohne sein Eigentum wirklich verteidigen zu müssen, denn diesmal blieb es ruhig. Mittlerweile ist das Loch notdürftig geflickt, doch die Spuren in seinem liebevoll eingerichteten Atelier schmerzen ihn sichtlich: „Es bleibt das seltsame Gefühl, dass jemand hier drin gewesen ist.“

Der Polizei Krefeld ist ein derartiger Fall jedenfalls noch nicht untergekommen, wie Sprecher Acor Kniely bestätigt. Sie hofft nun darauf, dass Zeugen etwas vom Lärm der Aufstemmarbeiten mitbekommen haben. Hinweise können unter Telefon 6340 gegeben werden.

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