Auf 12 000 Quadratmetern wurde am Egelsberg Wiese abgetragen. Auf dem kargen Boden soll Heide wachsen.

Auf 12 000 Quadratmetern wurde am Egelsberg Wiese abgetragen. Auf dem kargen Boden soll Heide wachsen.
Heidegewächse wie zwischen Johann Heller-Steinbach (l.) und Heino Thies sollen auch auf dem Brachgelände wachsen.

Heidegewächse wie zwischen Johann Heller-Steinbach (l.) und Heino Thies sollen auch auf dem Brachgelände wachsen.

Andreas Bischof

Heidegewächse wie zwischen Johann Heller-Steinbach (l.) und Heino Thies sollen auch auf dem Brachgelände wachsen.

Traar. Für Diplom-Agraringenieur Johann Heller-Steinbach ist es eine seiner letzten Amtshandlungen: Am 1. März geht der technische Angestellte des Grünflächenamtes in den Ruhestand. Eines seiner Projekte, die Entwicklung der 12 000 Quadratmeter Heide, wird er nur noch als Privatmann verfolgen können.

Heller-Steinbach muss sich wie alle anderen Spaziergänger zwischen der Siedlung Egelsberg und dem Flugplatz in Geduld üben: eine Fläche 8000, eine 4000 Quadratmeter groß – In zwei Jahren erst wird es erste Anzeichen der neuen Pflanzen geben, in fünf Jahren werden sie „gut sichtbar“ sein. „Im September in fünf Jahren wird die Heide am Egelsberg erstmals glühen“, versprechen Heller-Steinbach und Heino Thies, der stellvertretende Leiter des Grünflächenamtes.

Die Voraussetzungen dafür werden seit vergangener Woche geschaffen. Ende dieser Woche hat der Baggerführer die oberste Vegetationsschicht – Wiese – etwa 20 Zentimeter tief abgetragen und den kargen Magerboden freigelegt. 2500 Kubikmeter Erde werden auf die landwirtschaftliche Fläche am Egelsberg verteilt. „Der Acker wird fruchtbarer gemacht, auch ein bisschen Mist wird untergemengt“, erläutert Heller-Steinbach. Künstlicher Dünger wird im Naturschutzgebiet nicht verwendet. „Würden wir den Boden nicht abtragen und nichts tun, würde Wiese wachsen.“

Auf dem kargen Boden des geräumten Geländes sollen Heidekrautgewächse gedeihen. Entwicklungshilfe brauchen sie nicht, nur Zeit. Heide, sagt Heller-Steinbach, wachse sehr langsam, und sie ist pflegeleicht. „Hier werden nur die Schafe durchgeschickt“, sagt Heino Thies. Die einzige Unterstützung, die die Experten des Grünflächenamtes leisten, kommt aus dem Rückschnitt der bestehenden Heidepflanzen. „Im November werden wir vergreiste Bereiche ausschneiden und das Grün auf das Brachgelände legen“, erläutert Heino Thies. „Damit säen wir ein bisschen.“

„Der Egelsberg ist eine Endmoräne, die in der letzten Eiszeit noch einmal überfahren worden ist.“

Johann Heller-Steinbach

Das Naturschutzgebiet Egelsberg – als europäisches FFH–Gebiet (Flora, Fauna, Habitat) als besonders schützenswert deklariert – wurde seit Beginn dieses Jahrhunderts gezielt weiterentwickelt. Als für die hiesige Region außergewöhnliches Heidegebiet wurde der Egelsberg unter Schutz gestellt. In drei Schritten, 2007, 2008 und zuletzt 2015, wurde die ursprüngliche Heidefläche um 6500 Quadratmeter vergrößert, jetzt kommen noch einmal um 12 000 Quadratmeter dazu. 20 000 Euro kostet das. Land und EU übernehmen je zur Hälfte 80 Prozent, die restlichen 20 Prozent finanziert die Stadt Krefeld.

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