Trotz der Kritik an den Verträgen mit Trianel wird der Rat wohl nun endgültig den Weg für das Projekt in Uerdingen frei machen.

Trotz der Proteste wird der Rat wohl am Dienstag den Weg für das Kohlekraftwerk frei machen.  (Archiv
Trotz der Proteste wird der Rat wohl am Dienstag den Weg für das Kohlekraftwerk frei machen. (Archiv

Trotz der Proteste wird der Rat wohl am Dienstag den Weg für das Kohlekraftwerk frei machen. (Archiv

Dirk Jochmann

Trotz der Proteste wird der Rat wohl am Dienstag den Weg für das Kohlekraftwerk frei machen. (Archiv

Krefeld. Die Grünen werden sich am Dienstag mit einem Antrag noch einmal für ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk im Uerdinger Chemiepark stark machen. Doch die Mehrheit für die Kohlevariante steht ganz offensichtlich. Nachdem Bauherr Trianel seinen Vertragsentwurf noch einmal geändert hat, wird CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel seinen Mitstreitern empfehlen, am Dienstag in der Ratssitzung den Weg für das Milliardenprojekt endgültig frei zu machen.

Dafür hat Grünen-Fraktionschefin Stefani Mälzer nur ein Kopfschütteln übrig. "Der Vertrag besteht aus lauter Unbekannten. Wenn Absicherungen enthalten sind, dann nur für die Firma Trianel, nicht für die Stadt." Als Beispiel nennt Mälzer, dass der Bauherr sich im Genehmigungsverfahren immer noch die Option des Kohletransportes auf der Schiene offen hält - schon deshalb, weil eine Festlegung auf eine Variante in dem Verfahren gar nicht zulässig sei.

Deshalb der erneute Vorstoß für das Gaskraftwerk. Dies sei im Bau fast 50 Prozent günstiger und stoße auch nur etwa halb so viel CO2 aus, was sich im Hinblick auf den Emmissionshandel auch finanziell positiv auswirken würde. Damit könne man möglicherweise schon den höheren Einkaufspreis für Gas auffangen. Die Firma Trianel, die in Hamm-Uentrop ein Gaskraftwerk errichtet, habe selbst gegenüber dem Bundesumweltministerium in einem anderen Zusammenhang vor einigen Jahren flammende Argumente pro Gaskraftwerk geliefert, sagt Mälzer.

"Das ist eine gute Nachricht für die Mitarbeiter im Chemiepark und den Wirtschaftsstandort Krefeld."

Jürgen Hengst, SPD

Nachdem Trianel den Vertrag mit der Stadt nochmals nachgebessert hat und offensichtlich auch Currenta und Bayer ergänzende Erklärungen vorgelegt haben, seien die von der CDU gestellten Bedingungen für eine Zustimmung erfüllt, sagt Wilfrid Fabel. Deshalb will er seiner Fraktion raten, dem Kohlekraftwerkprojekt nun endgültig zuzustimmen.

Die SPD, die sich relativ früh für die Kohlevariante ausgesprochen hatte, sieht das ähnlich. "Nach einer ersten Durchsicht der Verträge kann damit das seit langem erhoffte positive Signal für das modernste Kraftwerksprojekt in Deutschland gesendet werden", sagt Jürgen Hengst, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Dies sei eine gute Nachricht für die Mitarbeiter im Chemiepark und für den Wirtschaftsstandort Krefeld.

Die Grünen kritisieren die Belastung durch CO2: Durch das Abschalten der alten Kessel werde die Emmission des neuen Kohlekraftwerks von 4,4 Millionen Tonnen pro Jahr nur um zehn Prozent reduziert.

Die Belastung durch Feinstaub würde laut Grünen um 400000 Kilogramm pro Jahr steigen.

720 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr würden zum Kühlen benötigt.

Gleichzeitig fordert die SPD die Umsetzung der von ihr geforderten Energiewende durch ein CO2-Minderungsprogramm und eine Umstellung auf Fernwärme.

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