Das Konjunkturpaket II ist von der Bundesregierung auf den Weg gebracht worden, um möglichst schnell der Wirtschaft in den Kommunen zu helfen. Dafür wurden bürokratische Hürden abgebaut und das Vergabeverfahren von kommunalen Aufträgen vereinfacht.

Doch so schnell die Politik auf Bundesebene reagiert hat, so langsam ließen es die Volksvertreter im Krefelder Rat angehen. Man wollte auf jeden Fall juristische Sicherheit haben, die beschlossenen Sanierungen sollten hundertprozentig wasserdicht sein.

Die Konsequenz dieses Zauderns: Während in anderen Kommunen bereits erste Aufträge vergeben wurden, stehen in Krefeld noch nicht einmal alle Maßnahmen fest. Dabei lagen genügend fertig geplante Projekte in der Schublade, die mittel- bis langfristig umgesetzt werden sollen. Auf sie hätte man schnell und problemlos zurückgreifen können.

Die Leidtragenden des politischen Zögerns sind die örtlichen Handwerker. Sie befinden sich in der größten Krise der vergangenen hundert Jahre und zahlen nun für die Langsamkeit der Verwaltung und Politik: Die Aufträge brechen weg und die Handwerksmeister sind in ihrem unternehmerischen Handeln eingeschränkt. Sollen sie ihr Stammpersonal vor die Tür setzen, da der Druck immer größer wird? Oder warten sie ab, bis die ersten Konjunkturpaket-Euros fließen und die Zukunft zumindest kurzfristig gesichert ist?

Die anderen Leidtragenden werden die Krefelder Schüler und Lehrer sein. Die Sommerferien beginnen in weniger als zwei Wochen, kein einziger Sanierungsauftrag wurde in Krefeld bisher vergeben. Dass erste Arbeiten in der schulfreien Zeit beginnen, erscheint unrealistisch. Das bedeutet, dass der Großteil während der Unterrichtszeit durchgeführt wird. Lernen bei Lärm und Schmutz - das ist die Konsequenz des Krefelder Konjunkturpaket-Pokers.

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