Lehrer aller Krefelder Schulen erarbeiten während eines Workshops Themen zur Verbesserung des Unterrichts.

Krefeld. Mit einer sechstägigen Veranstaltungsreihe zur stadtweiten Unterrichtsentwicklung haben die Verantwortlichen der Schulbehörden von Stadt, Region und Land im Berufskolleg Kaufmannsschule das Projekt "Eigenverantwortliche Schule" eingeläutet. Damit werden die Erfolge des Vorgängerprojekts "Selbstständige Schule" weiter entwickelt, an dem bereits rund die Hälfte aller Krefelder Schulen teilgenommen hat. Unter anderem erhielten über 1000 Lehrkräfte eine Fortbildung. "Dieser Erfolg hat sich offensichtlich herumgesprochen, denn dieses Mal sind alle Schulen mit von der Partie - ein Landesrekord", berichtet Rainer Hendrichs, Leiter des Fachbereichs Schule.

Zum Auftakt wurden die Ergebnisse des Vorgängermodells für die verschiedenen Schulformen vorgestellt und in acht Workshops unterschiedliche Themen zur künftigen Verbesserung des Unterrichts erarbeitet. Die fachliche Leitung liegt in den Händen von Professor Hans-Günter Rolff von der Dortmunder Akademie für pädagogische Führungskräfte. "Ihm ist es auf Anhieb gelungen, eine Unterrichtsmethode, die sonst nur im Klassenverbund möglich ist, auf eine Großgruppe aus 200 Schulleitern und Lehrern zu übertragen und so das ungeteilte Interesse auf sich zu ziehen", lobt Schulleiterin Hildegard Reintges von der Grundschule Horkesgath.

Der Prozess bedeutet Umdenken und Umlernen

Mit Hilfe dieser Unterrichtsmethode werden mit den Schülern gemeinsam für das Schuljahr Zielvereinbarungen erarbeitet. Die Jugendlichen bringen ihre Vorstellungen und Wünsche ebenso ein wie die Pädagogen. Beide Seiten arbeiten mit- und nicht gegeneinander. Dadurch wird der Erfolg im Unterricht für alle sichtbar und erlebbar.

Rolff ist voll des Lobes für die Stadt und die Zusammenarbeit von Schulaufsicht und Kommune. Dass eine ganze Stadt mitmache, habe er noch nicht erlebt. Robert Pannasch von der Bezirksregierung Düsseldorf begrüßt als Regionaldezernent für die Kommunen, dass die Stadt Krefeld die Verantwortung übernimmt und während der nächsten drei Jahre jeweils 75 000 Euro zur Weiterentwicklung des Bildungsnetzwerks Krefeld bereitstellt. Dieses Geld werde sinnvoll investiert.

So sind laut Rolff diverse Tagesworkshops vorgesehen sowie Trainings der Schulleiter und der Steuergruppen. Diese achteten auf Einhaltung der Ziele und würden beim Umgang mit Konflikten und Widerständen helfen. Obenan stehe jedoch die Vermittlung von fachlicher und sozialer Kompetenz mit Hilfe von Methodenvielfalt. "Begeisterung für die Sache ist die hohe Kunst des Lehrens." Nichts sei wichtiger als Lernerfolge, die dürfe man ruhig auch mit den Schülern feiern.

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