Das Projekt ist wild, und so sehen auch die Beete aus. Aber am Sonntag soll wieder geackert werden.

Das Projekt ist wild, und so sehen auch die Beete aus. Aber am Sonntag soll wieder geackert werden.
Es sieht wüst aus auf dem Gelände an der Kölner Straße. Die „wilden“ Gärtner wollen die Brachfläche der Stadt pflegen.

Es sieht wüst aus auf dem Gelände an der Kölner Straße. Die „wilden“ Gärtner wollen die Brachfläche der Stadt pflegen.

Dirk Jochmann

Es sieht wüst aus auf dem Gelände an der Kölner Straße. Die „wilden“ Gärtner wollen die Brachfläche der Stadt pflegen.

Krefeld. An der Melanchtonstraße/Kölner Straße liegt eine Brachfläche, deren Einzigartigkeit nicht offensichtlich ist. Einen schmalen Pfad gibt es, Hochbeete und Pflanzen im Erdreich, leichte Hügel sind angelegt. Es ist der bisher einzige, von Bürgern ohne offizielle Genehmigung angelegte Garten auf einem städtischen Grundstück. Das Projekt ist wild – und so sieht es zurzeit auch aus.

Verwahrlost stehen die Kisten da. Regelmäßig kommen nur die Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner dorthin ausführen. Ausgerechnet, möchte man angesichts von Kräutern und Gemüsepflanzen sagen.

Die Initiatoren wollen die Nachbarschaft gewinnen

Aufgeben oder nicht, diese Frage stellten die Initiatoren kürzlich, und bekamen eine deutliche Antwort. „Wir haben die Hoffnung nicht verloren“, sagt Bernd Mildebrath. Es habe Reaktionen und konstruktive Vorschläge von „deutlich mehr als einer Handvoll und weniger als ein Dutzend“ Personen gegeben, sagt er.

Deshalb: Aufgeben will er nicht. Im Gegenteil. Die Guerilla-Gärtner wollen auf der Fläche Werbung für die Fläche machen. Die Nachbarschaft soll gewonnen werden, Ordnung soll dem Wildwuchs Einhalt gebieten: Neue Kästen werden gebaut, Tipps platziert, was wo gepflanzt ist und wo andere Gärtner entsprechend „die Finger von lassen sollen“, wie Mildebrath salopp formuliert. Nett und ordentlicher soll alles werden, eine Buchsbaumhecke Strukturen schaffen. Auch die Nutzung als Hundeklo will die Initiative unterbinden. Die benachbarte, durch einen Bauzaun abgetrennte Fläche neben der Helios-Einfahrt sei doch als Hundewiese ideal.

Bernd Mildebrath und seine Mitstreiter hoffen, dass die Werbung die Hemmschwelle potenzieller Mit-Gärtner sinken lässt, sich zu engagieren. „Hilfreich wäre es, wenn die Stadt uns auf der Fläche nicht nur dulden, sondern dem Projekt ihren Segen geben würde.“ Mit solchem Rückenwind ließen sich vielleicht auch andere Brachflächen in Stadtnähe begrünen und als Garten nutzen.  „Vielleicht können wir damit sogar den Flüchtlingen in Krefeld eine Umgebung für sinnvolle Beschäftigung bieten, etwa den in der Don-Bosco-Schule untergebrachten Menschen.“

Der nächste Projekttag ist am Sonntag, 13 September. Wer will, ist mit oder ohne Gartengerät ab 14 Uhr auf dem Gelände an der Ecke Kölner-/Melanchtonstraße willkommen.

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