Die Einrichtung kämpft gegen Ängste sowie Vorurteile. Verunsicherte sollen informiert und einbezogen werden.

Mitwirkende beim Jubiläums-Fest waren unter anderem die Tanzgruppe des Pontischen Vereins Krefeld.
Mitwirkende beim Jubiläums-Fest waren unter anderem die Tanzgruppe des Pontischen Vereins Krefeld.

Mitwirkende beim Jubiläums-Fest waren unter anderem die Tanzgruppe des Pontischen Vereins Krefeld.

abi

Mitwirkende beim Jubiläums-Fest waren unter anderem die Tanzgruppe des Pontischen Vereins Krefeld.

Stadtteile. Vor zehn Jahren begann die Integrationsarbeit bei der Diakonie Krefeld & Viersen mit dem Migrationsfachdienst und einem Mitarbeiter. Die so genannte „Einzelfallberatung“ war bald überholt. Die „Stärkung der Strukturen“ war wirkungsvoller. Die Fachleute gehen dorthin, wo Bedarf besteht. Heute sieht Ludger Firneburg, der stellvertretende Leiter der Einrichtung, einen ganz anderen Handlungsbedarf für das gute Miteinander.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich viel verändert

„Durch die Zuwanderung aus Süd- und Osteuropa und der weltweit größten Flüchtlingsmigration seit dem Zweiten Weltkrieg haben wir mit verschiedenen Institutionen, mit der öffentlichen Hand und vielen Ehrenamtlichen in den vergangenen zwei Jahren viel für die Zuwanderer getan“, sagt Firneburg. „Jetzt ist es eine wichtige Aufgabe, sich um die Einheimischen, die Deutschen und ihre Ängste, zu kümmern.“

Sie äußerten sich oftmals dahingehend, dass „die Flüchtlinge alles bekommen und wir nicht“, erklärt der Fachmann. Bei den Problemen drehe es sich unter anderem um Rassismus oder die Angst vor der Vielfalt. Es fehle eine Infrastruktur für Begegnungen zwischen den Kulturen.

Firneburg: „Wir müssen die Verunsicherten ansprechen, damit sie ihre Ängste äußern und abbauen können. Wir müssen angemessen darauf reagieren, nicht indem wir sie in die rechte Ecke stellen, sondern Möglichkeiten der Teilhabe aufzeichnen. Das Mittel dazu ist im Grunde dasselbe, über das wir auch bei Zugewanderten sprechen: Sprache, Bildung, Qualifizierung, Beschäftigung.“

Konkret heiße das nicht, Sprachkurse für Einheimische anzubieten, sondern: „Das Interkulturelle Zentrum stärken und erweitern, das Kennenlernen verschiedener Kulturen fördern und gerade auch die Bedenkenträger, die Einheimischen, mit einbinden. Das ist die Herausforderung.“ Das Interkulturelle Zentrum, das „Dach der Kulturen in Krefeld“, sei mehr als nur ein Dach für das Vereins- und Initiativ-Leben.

„Es ist ein Vorhaben für aktive Integration der Neuzugewanderten und Flüchtlinge, für das Erlernen von Sprache, Kultur und politischer Struktur. Es ist Raum des Ausdrucks und der Kreativität, der Gestaltung und der Kommunikation, des Austausches, der Information und des interkulturellen und interreligiösen Dialogs“, sagt Firneburg

Es werde viel Energie investiert, um ehrenamtliches Engagement zu ermöglichen und Ehrenamtliche zu qualifizieren. „Wir möchten helfen, Vorurteile abzubauen und ein friedliches Zusammenleben fördern.“

Die Integrationsagentur der Diakonie begleitet das Begegnungszentrum „Dach der Kulturen in Krefeld“ in fachlichen Fragen und fördert die Eingliederung von Menschen mit Zuwanderungs- und Flüchtlingshintergrund.

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