Wohnungen in der Innenstadt sind am häufigsten das Ziel von Einbrechern. Wie sehr die Krefelder das Thema bewegt, zeigt ein Blick auf die Einbruchkarte der WZ.

Krefeld. Wenn Polizeipräsident Rainer Furth im März vor die Presse tritt, wird er zufrieden sein. Zumindest was die Einbruchszahlen in der Kriminalstatistik für das vergangene Jahr angeht, kann die Krefelder Polizei deutliche Erfolge vorweisen.

Die offiziellen Zahlen werden den Polizeibehörden in Nordrhein Westfalen vom Innenministerium in den kommenden Tagen übersandt. Dann wird man auch in Krefeld Gewissheit haben, dass 2016 deutlich weniger Einbrüche verübt wurden, als im Jahr zuvor. 2015 hatten Einbrecher in Krefeld insgesamt 1118 Mal zugeschlagen. Nur jeder zehnte Einbruch wurde aufgeklärt.

Nach einer Einschätzung der Polizei werde sich eine Prognose der Ordnungskräfte von Ende September, wonach in Krefeld 2016 nur rund 750 vollendete und versuchte Einbrüche verübt wurden, voraussichtlich bestätigen. Dies würde einen Rückgang der Einbruchszahlen um über 30 Prozent bedeuten.

Die Zahlen würden sich auf dem Niveau von 2014 einpendeln (730 Einbrüche und Einbruchsversuche). „Wir warten noch die offiziellen Zahlen ab, es sieht aber deutlich besser aus, als im Vorjahr. Wir gehen davon aus, dass wir deutlich unter 1000 Einbrüchen liegen“, sagt Polizeisprecherin Karin Kretzer.

35 000 Zugriffe gab es seit Mai 2016 auf die Einbruchkarte der WZ

Damit liegt Krefeld im Landestrend. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) sank die Zahl der Einbrüche in NRW im vergangenen Jahr deutlich. Nach Angaben des LKAs würde in Nordrhein Westfalen nur noch jeder zweite Einbruch gelingen. Ein Merkmal, das auch auf Krefeld zutreffe, so Kretzer. 2016 lag die Zahl der Einbruchsversuche noch bei 41,5 Prozent. „Der prozentuale Anteil der Versuche hat sich in 2016 noch mal erhöht“, berichtet Karin Kretzer. Zurückzuführen sei dies vor allem auf Maßnahmen der Bürger zur Wohnungssicherung gegen Einbrüche. „Man kann den Krefeldern ein Lob aussprechen, sie gehen sehr aufmerksam mit der Einbruchsproblematik um“, findet die Polizeisprecherin.

Wie sehr die Krefelder das Thema bewegt, zeigt auch ein Blick auf die Einbruchkarte der WZ. Bis Ende des Jahres gab es über 35 000 Zugriffe auf die Ende Mai online gegangene Einbruchs-Übersichtskarte. Auf der Karte sind alle Wohnungs- und Firmeneinbrüche sowie Autoaufbrüche zu sehen, die die Ordnungshüter von Mai bis Dezember 2016 vermeldet haben. Deutlich zu erkennen ist, dass gerade die Innenstadt ein Einbruchsschwerpunkt bleibt.

Aber auch Stadtteile wie Oppum und Fischeln, die nah an den sogenannten Fluchtrouten (u.a. Autobahnen) liegen, wurden von den Einbrechern im vergangenen Jahr besonders oft heimgesucht. Einen Eindruck, den die Polizei nur bestätigen kann. „Gerade die Innenstadt ist sicherlich ein Schwerpunkt und so etwas wie die Achillesferse in Sachen Einbruchsdelikte“, so Kretzer. Rund die Hälfte aller Einbrüche sollen sich 2016 in Stadtmitte ereignet haben.

Ordnungshüter führen groß angelegte Kontrollen durch

Die Polizei selber hatte zu Beginn der dunklen Jahreszeit ihre Maßnahmen im Kampf gegen Einbrecher noch einmal deutlich intensiviert. Neben wöchentlich groß angelegten Kontrollen, wurden in den Stadtteilen zivile Kräfte und Streifenpolizisten eingesetzt, um präventiv als Ansprechpartner für Anwohner da zu sein, aber auch Beobachtungen durchzuführen.

Die Maßnahmen sollen mindestens bis zum Ende der dunklen Jahreszeit mit der Zeitumstellung auf die Sommerzeit am 26. März in der gleichen Intensität weitergeführt werden. Denn ausruhen, will sich bei der Polizei keiner auf den guten Zahlen.

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