Allein in den ersten elf Monaten 2009 gab es wesentlich mehr junge Unfallopfer als ein Jahr zuvor.

Viele Kinder verunglückten als Radfahrer auf Krefelds Straßen.  (Archiv
Viele Kinder verunglückten als Radfahrer auf Krefelds Straßen. (Archiv

Viele Kinder verunglückten als Radfahrer auf Krefelds Straßen. (Archiv

Gerhard Berger

Viele Kinder verunglückten als Radfahrer auf Krefelds Straßen. (Archiv

Krefeld. Noch hält die Polizei die Unfallstatistik für 2009 geheim. Und doch steht schon jetzt fest: Die Zahl der Kinderunfälle ist im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Waren es ein Jahr zuvor nämlich noch 97 Mädchen und Jungen, die auf Krefelds Straßen verunglückten, liegt deren Zahl allein in den ersten elf Monaten des zurückliegenden Jahres schon bei 116. Polizeisprecher Wolfgang Lindner wollte das Unfallgeschehen noch nicht kommentieren und verwies auf eine Pressekonferenz, die in wenigen Wochen stattfinden soll.

Zahl der verletzten Kinder war erstmals unter 100 gerutscht

Die Zahl der Kinderunfälle war im Jahr 2008 erstmals in einen zweistelligen Bereich gerutscht. Maßgeblichen Anteil daran hat die Initiative Krefelder Fairkehr, die seit 1999 intensiv daran arbeitet, die kleinen Verkehrsteilnehmer besser zu schützen. Waren früher 200 junge Unfallopfer jährlich an der Tagesordnung, ist vor elf Jahren die Notbremse gezogen worden. In dem Jahr gab es immer noch 185 Kinderunfälle, doch seither geht die Zahl im Mittel merklich zurück. Seit dem Jahr 2003 gibt es ein jährliches Auf und Ab, doch insgesamt ist die Tendenz nach unten zeigend.

Viele Kinder verunglücken als Fahrradfahrer. 35 waren es in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres. Wie Markus Stephan, Leiter des Verkehrskommissariates Prävention der Krefelder Polizei, unlängst mitteilte, hatte es allein im August zehn Unfälle mit Kindern gegeben, bei denen fast alle als Zweiradfahrer unterwegs waren:

Ein Zehnjähriger wird von einem Auto erfasst, als er an der Steinheide einen Garagenhof verlässt. Ebenfalls zehn Jahre alt ist der Junge, der beim Überqueren der Randstraße mit einer Radfahrerin (18) zusammenstößt. Als er auf die andere Seite des Weidenbruchwegs fahren will, wird ein Sechsjähriger vom Wagen eines 42-Jährigen erfasst. Ein VW-Fahrer (68) prallt auf der Hülser Straße mit einem Siebenjährigen zusammen, der auf einem Tretroller die Straße überqueren will. Als ein zehnjähriges Mädchen zwischen geparkten Wagen auf die Kölner Straße läuft, wird sie vom Audi einer 80-Jährigen erfasst.

Auf der Kempener Allee verliert ein Zwölfjähriger die Kontrolle über sein Mountainbike und verletzt sich leicht, als er gegen einen geparkten Wagen stößt. Schwere Verletzungen erleidet eine Siebenjährige beim Überqueren der Remscheider Straße, wo sie mit dem Wagen einer 50-Jährigen zusammenstößt. Glück im Unglück hat eine 13-Jährige, die nur deshalb keine schwere Verletzungen erleidet, weil sie einen Schutzhelm trägt; sie war in der Kreuzung Krüllsdyk/Inrather Straße vom Wagen eines 21-Jährigen erfasst worden. An der Einmündung Lewerentzstraße/Oelschlägerstraße wiederum wird ein Achtjähriger leicht verletzt, als er mit seinem Fahrrad gegen den bremsenden VW eines 44-Jährigen fährt.

128 Kinderunfälle, davon 67 als Radfahrer.

97 Kinderunfälle, davon 45 Radfahrer.

In den ersten elf Monaten 116 Kinderunfälle, davon 35 Radfahrer.

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