Auf einen aufsehenerregenden Kriminalfall folgte ein viel beachteter Prozess vor dem Krefelder Landgericht.

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Fred W., der den Oppumer Autohändler Askin U. erschossen hat, auf dem Weg in den Gerichtssaal. Er wollte schon zweimal aus dem Gefängnis ausbrechen.

Fred W., der den Oppumer Autohändler Askin U. erschossen hat, auf dem Weg in den Gerichtssaal. Er wollte schon zweimal aus dem Gefängnis ausbrechen.

Fred W., der den Oppumer Autohändler Askin U. erschossen hat, auf dem Weg in den Gerichtssaal. Er wollte schon zweimal aus dem Gefängnis ausbrechen.

Krefeld. Lebenslang hinter Gitter - so lautet im August das Urteil gegen Fred W. (46), der nach Überzeugung des Gerichts kaltblütig den Oppumer Autohändler Askin U. getötet hat. Richter Herbert Luczak spricht von einer Hinrichtung: Das gefesselte Opfer bereits am Boden, habe W. dem 27-Jährigen in den Hinterkopf geschossen.

Fred W. hatte dem Gericht eine nebulöse Geschichte aufgetischt

Eineinhalb Jahre nach der Tat findet damit ein aufsehenerregender Kriminalfall einen Abschluss. Aber vorerst keinen endgültigen. Denn W. hat Revision gegen das Urteil eingelegt, das bei ihm eine besondere Schuldschwere erkennt. Frühestens nach 20 Jahren könnte der gelernte Kraftfahrzeugmeister, der beruflich immer wieder gescheitert war und zuletzt auf Mallorca lebte, demnach auf freien Fuß kommen. In diesem Monat sind die Akten an den Bundesgerichtshof gegangen, der nun das Krefelder Gerichtsurteil prüfen wird.

W. hatte dem Gericht eine abenteuerliche und nebulöse Geschichte von einem türkischstämmigen Täter aufgetischt, für den er nur Schmiere gestanden haben will. Tatwaffe und Unterlagen des Opfers werden aber später im Wagen von Fred W. gefunden. Und außer dem 46-Jährigen scheint auch sonst niemand den ominösen Mann zu kennen, den W. nur unter Decknamen - auch "Paul" - angesprochen haben will. Weil dieser Mann seine Familie bedrohen könne, sei es ihm nicht möglich, mehr über diesen "Paul" zu verraten, sagte Fred W.

Der 46-Jährige soll auch in Belgien getötet haben

Die belgische Justiz will ihm ebenfalls den Prozess machen. Denn der Mann, der sich unter dem öffentlichen Fahndungsdruck seiner Familie offenbart hatte und dem auch noch vier Banküberfälle aus den 90er Jahren nachgewiesen werden konnten, soll auch in Belgien getötet haben. Mit der gleichen Waffe, aus der auch der Schuss auf den Autohändler von der Oppumer Ennsstraße abgegeben worden war, ist auch ein Autohändler im belgischen Schilde ermordet worden. Eigentlich sollte das Verfahren gleich in Krefeld mitverhandelt werden - doch das will die Justiz in Belgien bald selbst nachholen.

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