An den Müllgebühren wird sich damit für die Krefelder laut Entsorger wohl nichts ändern.

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Die Punktpflicht entfällt: Trotzdem kommen Plastik- und Alu-Verpackungen weiter in den Gelben Sack.

Die Punktpflicht entfällt: Trotzdem kommen Plastik- und Alu-Verpackungen weiter in den Gelben Sack.

Jörg Knappe

Die Punktpflicht entfällt: Trotzdem kommen Plastik- und Alu-Verpackungen weiter in den Gelben Sack.

Krefeld. Punkte gibt es viele. Aber wohl keiner ist so bekannt wie der Grüne. Seit diesem Jahr allerdings können Plastik-, Papp- und Alu-Verpackungen im Einkaufswagen landen, denen der Grüne Punkt oder ein ähnliches Zeichen fehlt. Denn: Die Hersteller dürfen darauf verzichten.

Die meisten Hersteller werden wohl beim Grünen Punkt bleiben

"Wir gehen trotzdem davon aus, dass die meisten weiter ein solches Logo nutzen werden", sagt Heino Eickes, Geschäftsführer von Handel Marketing und Logistik (HML). Schon aus ideologischen Gründen. Sein Unternehmen ist in Krefeld für die rund 34000 Gelben Tonnen und Container zuständig.

Den Auftrag und das Geld für die Entsorgung erhält HML genauso wie die Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft (GSAK) - zuständig für die blauen Tonnen - von verschiedenen Mittlerfirmen. Die mit dem größten Marktanteil ist bisher "Duales System Deutschland" (DSD).

"Da kommen aber ständig Konkurrenten hinzu", beobachtet GSAK-Geschäftsführer Ulrich Gilleßen. Neun gibt es bereits in NRW.

Die eigentlichen Geldgeber in diesem Recyclingsystem sind die Hersteller von Verpackungen. Sie bezahlen die Mittlerfirmen wie DSD dafür, dass sie die Entsorgung des von ihnen produzierten Mülls organisiert. Gleichzeitig mussten die Hersteller bisher stets das Recycling-Logo der Mittlerfirma - bei DSD der Grüne Punkt - auf die Tüten, Hüllen und Kartons drucken. Das hat zusätzlich gekostet.

In die gelbe Tonne gehören Plastik- und Alu-Verpackungen wie Konservendosen, Pizzafolien, Haargeltuben und Kronkorken. Der Grüne Punkt steht/stand dafür, dass es sich um eine Verkaufsverpackung handelt.

Nicht in die gelbe Tonne gehören: Restmüll, kompostierbare Abfälle, Papier, Pappe, Kartonagen und Glas, da es dafür gesonderte Gefäße gibt. Auch Elektrogeräte haben in der Tonne nichts zu suchen.

Darauf können Verpackungshersteller nun verzichten - und sparen. Tun sie das, bliebe DSD und dem Entsorgungssystem weniger Geld. "Das wird sich nicht auf die Müllgebühren in Krefeld auswirken", versichert Eickes. "Das wird nicht hintenrum wieder reingeflochten", verspricht Gilleßen. Auch die Verträge mit den Recyclingpartnern seien davon nicht betroffen, meint Eickes. Verluste befürchte er nicht.

Dass durch den möglichen Wegfall dieser Logo-Kosten die Hersteller etwa Lebensmittel günstiger verkaufen werden, glaubt Eickes allerdings auch nicht: "Da geht es um Kommatastellen im Centbereich, das werden die Konzerne nicht weitergeben."

Was er jedoch befürchtet: Bürger könnten den Wegfall der Kennzeichnungspflicht missverstehen und den Müll mixen. Doch Eickes betont: "In die Gelbe Tonne gehören weiterhin nur Verkaufsverpackungen."

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