Scheelen: „Ein desaströser Abend für die SPD“. FDP und Grüne sehen ihre Arbeit bestätigt.

Krefeld. Ansgar Heveling hat für die CDU den Wahlkreis 111 (Krefeld I/Neuss II) direkt gesichert. Das gute Ergebnis konnte er gestern noch gar nicht fassen: "Ich werde es wahrscheinlich erst in ein oder zwei Tagen richtig überblicken können." Dass die CDU in seinem Wahlkreis rund fünf Prozentpunkte eingebüßt hat, damit könne er leben. "Die Fußstapfen von Willy Wimmer, in die ich als Neuling nun trete, sind groß. Da ist das schon ein sehr gutes Ergebnis."

Von einem "desaströsen Wahlergebnis" auf Bundesebene spricht hingegen Bernd Scheelen, der für die SPD im Wahlkreis 111 Ansgar Heveling unterlag. Für Scheelen selbst hat sich erst in der Nacht zu heute entschieden, ob er mit Listenplatz 13 erneut in den Bundestag einziehen wird. "Wir haben mit Verlusten gerechnet, aber nicht in dieser Größenordnung. Wir haben es wohl nicht geschafft, unseren Anteil an der Regierungsarbeit der letzten vier Jahre deutlich zu machen."

Siegmund Ehrmann hat für die SPD den Wahlkreis 115 (Krefeld II/Wesel II) direkt geholt, weiß aber, dass die SPD sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen dort stark verloren hat. "Das entspricht dem Trend bei der SPD insgesamt. Das ist in der Tat vom Wähler voll durchgereicht worden, das ist nicht wegzudiskutieren. Von daher empfinde ich nur getrübte Freude. Ich hätte gerne einen deutlicheren Beitrag für die Partei geleistet."

Seine CDU-Gegenkandidatin Kerstin Radomski, die zum ersten Mal angetreten war: "Wir haben engagiert gekämpft, aber es hat leider nicht erreicht. Aber es ist enorm, was wir aufgeholt haben. Mein Dank gilt allen Helfern. Ziel war es natürlich, Nummer eins zu werden. Aber es ist ein schwieriger Wahlkreis."

Von einem "tollen Ergebnis für die Grünen mit dem Wermutstropfen der künftigen schwarz-gelben Koalition in Berlin" spricht Ulle Schauws, die für die Grünen im Wahlkreis 111 angetreten ist. Nach inoffizieller Rechnung zieht die Liste bis Platz 14, sie hat Platz 15. "Ich hätte mir gewünscht, dass das geklappt hätte. Aber ansonsten haben wir auf Bundes- und Landesebene zugelegt sowie in beiden Krefelder Wahlkreisen. Mein Ergebnis sehe ich auch als persönlichen Erfolg."

Otto Fricke, für die FDP im Wahlkreis 111 angetreten, wird mit dem Listenplatz 7 wieder Mitglied des Bundestages sein: "Wir haben das beste FDP-Ergebnis in Krefeld aller Zeiten. Was mich persönlich angeht, ich möchte gerne weiter im Bereich Haushalt machen. Das ist mein Ding."

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