Mit ihren neuen Aktionen zur Sicherheit erreicht die Polizei immer mehr Rentner.

Verkehr
Senioren verunglücken im Straßenverkehr besonders oft mit dem Fahrrad.

Senioren verunglücken im Straßenverkehr besonders oft mit dem Fahrrad.

Dirk Jochmann

Senioren verunglücken im Straßenverkehr besonders oft mit dem Fahrrad.

Krefeld. 2010 rätselte man noch bei der Krefelder Polizei: Wie kann man nur die Senioren erreichen, um mit ihnen über Verkehrssicherheit zu sprechen? Bei Kindern geht man in die Kindergärten und Schulen. Aber wie ist es mit der Generation 65+? Fünf Jahre später stehen die Verkehrssicherheitsberater auf dem Dionysiusplatz und erleben einen regelrechten Ansturm von Rentnern. „Wir sind in die Vereine und erreichen so unsere Zielgruppe“, sagt Polizeibeamter Rainer Deutzmann am Infostand. So gibt es mittlerweile viele Teilnehmer an der Aktion „Auf die Rente, fertig los“. Und auch gestern wird von der Volksbank in Gruppen auf dem Fahrrad zu geführten Radtouren gestartet. In der Innenstadt gibt es dabei so manches Aha-Erlebnis – bei den Teilnehmern, aber auch bei Polizisten.

Bei geführten Radtouren sagen die Senioren, wo die Probleme liegen

„Wir erfahren jetzt hautnah, was für die Senioren schwierig ist und wo es Probleme gibt“, erklärt Polizeihauptkommissar Helmut Bott. Michael Haas von der Verkehrswacht hat als Antwort auf die Aussage „Ihr macht etwas falsch“ schon häufig ein Krefelder „Wat?“ zu hören bekommen. Doch wenn man die Gefahren im Straßenverkehr gut erläutere, stelle man kaum Widerspruch fest, so Helmut Bott. Im Gegenteil seien viele Senioren mit den richtigen Informationen auch zu überzeugen. „Manche sagen mir später: Ich habe mir einen Fahrradhelm gekauft.“ Und das, obwohl die Polizei niemanden dazu drängt – die Teilnehmer sind später einfach selbst davon überzeugt.

Bürgermeisterin Karin Meincke ist Schirmherrin der Verkehrssicherheitsaktion. Sie sieht sich selbst in der Zielgruppe – ist allerdings auch Vorsitzende eines Vereins, in dem genau die Zielgruppe der Polizei aktiv ist, nämlich aktive Senioren. Vom „Sport für betagte Bürger“ kommen viele zu den Polizeiaktionen – und immer mehr auch aus den Bürgervereinen, in deren Versammlungen die Verkehrssicherheitsberater informieren.

Meincke erhofft sich, dass die Aktion für Senioren den gleichen nachhaltigen Erfolg hat wie die Initiative Fairkehr bei den Kinderunfällen. Bott ebenfalls, und er ruft den Vorsitzenden der Bürgervereine gestern bei einer Infoveranstaltung im Haus des Sponsors Volksbank zu: „Schicken Sie uns die Massen.“

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