100 Menschen demonstrieren in Oppum gegen Rechts. Die Polizeipräsenz ist enorm. Es bleibt ruhig. Etwa 80 AfD-Fans reisen teils von weit her an.

100 Menschen demonstrieren in Oppum gegen Rechts. Es bleibt ruhig. Vielleicht 80 AfD-Fans reisen teils von weit her an.
Das Krefelder Bündnis für Toleranz und Demokratie hatte zu der Gegendemonstration gegen die Veranstaltung der AfD aufgerufen. Fotos (2): Andreas Bischof

Das Krefelder Bündnis für Toleranz und Demokratie hatte zu der Gegendemonstration gegen die Veranstaltung der AfD aufgerufen. Fotos (2): Andreas Bischof

Besucher der Veranstaltung mussten sich ausweisen, um Einlass zu erhalten.

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Das Krefelder Bündnis für Toleranz und Demokratie hatte zu der Gegendemonstration gegen die Veranstaltung der AfD aufgerufen. Fotos (2): Andreas Bischof

Krefeld. Die direkten Anwohner an der Hauptstraße haben Logenplätze an ihren Fenstern bezogen, eine Tasse Kaffee oder Tee in der Hand. Draußen ist es kalt, doch das Unterhaltungsprogramm ist bunt und selten. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot angerückt, hat etwa 100 Meter der Hauptstraße in Oppum vor der Veranstaltungshalle ab 17 Uhr komplett gesperrt. Langsam sammeln sich die Krefelder Gegner der AfD. Das Krefelder Bündnis für Toleranz und Demokratie, die Antifa, lokale Politiker, bald sollen es etwa 100 sein, das kleine Oppum hat sein kleines Spektakel.

Als die Veranstaltung beginnt, sind vielleicht 80 AfD-Anhänger in der Halle, viele sind von weither angereist. Dormagen ist zu hören, andere Städte jenseits von Krefeld. Gleich wird unter anderem Beatrix von Storch sprechen, einer der bekanntesten Köpfe der AfD. Eine, die an der Grenze auch auf Frauen und Kinder schießen lassen will. Warmlaufen für den Parteitag am Samstag in Köln. Draußen friert die Hundertschaft, beobachtet skandierende Demonstranten. „Sch . . . AfD“! Es gibt ein paar Plakate, es bleibt ruhig.

Was für ein Aufwand. Wem nützt er? Einer der Demonstranten ist Marcus Lamprecht. Er erklärt: „Und wenn wir die AfD durch unser Auftreten nur isolieren, dann ist das schon ein gutes Zeichen.“ Die grüne Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws sieht das ähnlich. „Natürlich ist es immer der Spagat zwischen zuviel Aufmerksamkeit und Haltung zeigen.“ Um letztere geht es ihr. Wie ihrem Parteilkollegen Karsten Ludwig, der im Mai in den Landtag will. Wie dessen Konkurrent Benedikt Winzen von der SPD. Flagge zeigen gegen Rechts in Krefeld.

Unter den AfD-Anhängern ist die Stimmung rund um die Veranstaltungshalle ruhig. Die Rufe der Demonstranten sind zu hören. Mehr aber auch nicht. Alle Besucher mussten sich vor dem Zugang zur Halle gegenüber der Polizei an der Kreuzung Hauptstraße/Heinrich-Malina-Straße ausweisen, um Zutritt zum Veranstaltungsgelände zu bekommen. Der Raum bietet nach AfD-Angaben Platz für 200 Leute. Dutzende AfD-Landtagswahlplakate sind ausgestellt. Gäste konnten sich im Vorfeld VIP-Karten im Wert von 30 Euro sichern. Die Polizeipräsenz vor der Halle ist enorm. Rednerin Beatrix von Storch wird von Personenschützern begleitet. Insgesamt ist die Polizei nach eigenen Angaben mit mehr als 100 Einsatzkräften vor Ort. Darunter sind auch Beamte der Einsatzhundertschaften aus Duisburg und Aachen. „Wir haben die Anzahl der Beamten noch einmal erhöht“, erklärt Polizeisprecherin Karin Kretzer. In Oppum aber bleibt es ruhig. Die Reihen der Gegendemonstranten lichten sich um kurz nach 19 Uhr schon wieder. Wenig später wird die Straßensperrung aufgehoben.

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