Demenz wird in fast allen Fällen erst spät erkannt. Das Alexianer Krankenhaus bildet Netzwerke und organisiert Versorgung.

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Neues Demenz-Forschungszentrum Alexianer (von links): Michael Wilke (Geschäftsführer Krankenhaus Maria-Hilf), Kathrin Krah (Mitarbeiterin der Gerontologie), Ralf Ihl (Chefarzt der Gerontologie am Alexianer).

Neues Demenz-Forschungszentrum Alexianer (von links): Michael Wilke (Geschäftsführer Krankenhaus Maria-Hilf), Kathrin Krah (Mitarbeiterin der Gerontologie), Ralf Ihl (Chefarzt der Gerontologie am Alexianer).

Jochmann, Dirk (dj)

Neues Demenz-Forschungszentrum Alexianer (von links): Michael Wilke (Geschäftsführer Krankenhaus Maria-Hilf), Kathrin Krah (Mitarbeiterin der Gerontologie), Ralf Ihl (Chefarzt der Gerontologie am Alexianer).

Krefeld. Jeder Alzheimer-Kranke erreicht zum Ende seines Lebens ein Stadium, in dem die Betreuung für alle Beteiligten extrem schwierig wird. Die Frage ist, wie schnell das geschieht und mit welcher Lebensqualität er dorthin gelangt. Eine frühe Erkennung ist auch hier die Ursache für einen verzögerten Krankheitsverlauf.

Die Klinik für Gerontopsychiatrie der Alexianer GmbH hat ein bundesweit beispielhaftes Demenznetz geschaffen. Jetzt wurde ein neues Demenz-Forschungszentrum an diesem Haus eingerichtet. Es ist Koordinator des EU-Projektes Innovate Dementia in Deutschland.

Wichtig ist, für zehn Fragen nicht zehn Ansprechpartner zu haben

„Früherkennung ist wichtig. Die andere Herausforderung lautet, nicht zehn Fragen an zehn Ansprechpartner stellen zu müssen“, sagt Professor Ralf Ihl, Facharzt für Nervenheilkunde, Psychiatrie und Psychotherapie am Alexianer Krankenhaus und Leiter des Forschungszentrums.

„Wir setzen uns für eine gute Zusammenarbeit der Versorger im Demenzbereich und eine Verbesserung der Information der Öffentlichkeit über die Versorgungs-Angebote ein.“

Eine frühe Erkennung kann erfolgen, wenn ein Patient mit einer körperlichen Erkrankung stationär behandelt wird. Bisher ist es so, dass nur zwei Prozent einer leichten Demenz erkannt werden, also 98 Prozent nicht. Ausgebildete Leute können das Problem schneller erkennen.

Aktuelle Projekte im Demenz-Forschungszentrum am Alexianer Krankenhaus sind unter anderem: Der Aufbau eines Demenz-Netzwerkes in Krefeld gemeinsam mit der Aktion Psychisch Kranke. Erfolgskontrolle von ambulanten Versorgungsstrukturen. Erstellen, Erproben und Optimieren von Ausbildungsprogrammen für die Beschäftigten in der Versorgung von Menschen mit Demenz und ihre Pflegenden. Die Leitung hat Professor Ralf Ihl.

 

Deshalb werden sogenannte Demenzansprechpartner sowohl im Erkennen von Symptomen als auch im Umgang mit Menschen mit Demenz geschult. Besteht der Verdacht auf die Erkrankung, nimmt er Kontakt auf zu einem Demenzkoordinator, der die medizinischen Fragen klärt und die Verbindung zwischen den Patienten und dem Netzwerk herstellt.

Unabhängige Berater begleiten die Patienten

Sein Ansprechpartner ist der Begleitende unabhängige Berater (BuB), der die Patienten begleitet, die sozialen Fragen löst, ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht und den Kontakt zu den niedergelassenen Ärzten herstellt. Er bindet die Ärzte in das Niedergelassener Arzt Hilfmix Team ein, das mit Naht abgekürzt wird, und besucht sie regelmäßig.

Ihl: „Es gibt bereits einige BuBs. Insgesamt möchten wir ihre Zahl in Krefeld auf 90 Personen aus allen an der Krankheit beteiligten Einrichtungen wie Altenheimen, Krankenhäusern oder Pflegediensten, erweitern.“ Mit Blick auf die Schaffung von Arbeitsplätzen gebe es dort große Möglichkeiten, wenn für die Betreuung ausreichend Geld zur Verfügung stehe. cf

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