Die Diskussionen sind bewegt - zumindest sie. Denn dort, wo eigentlich Bewegung herrschen sollte, in den Sportstätten, herrscht zu viel Stillstand, wie das NRW-Schulministerium nun festgestellt hat.

Immer noch fallen im Land zu viele Sportstunden aus. Dafür hat Krefeld seine eigene Begründung: Durch das Unwetter Anfang Juli sind viele Hallen nach wie vor nicht nutzbar. Wie stark die Stadt nun wirklich von den Ausfällen betroffen ist, bleibt dagegen ungeklärt.

Das Schulamt verweist auf die Landesregierung, diese verweist zurück. Einig sind sich zumindest alle Seiten, dass die Einteilung der Stunden letztendlich Aufgabe der Schulleiter ist. Diese wiederum verzweifeln zwar (noch) nicht durchgängig, beklagen aber bereits Personalengpässe.

Doch auch Lob bekommt die Stadt von den Rektoren. Die Schulverwaltung gebe sich alle Mühe, Ersatzlösungen für die Schulen zu finden, die ihre Hallen nicht mehr nutzen können. Nur räumt die Stadt jedoch auch selbst ein, dass die Kapazitäten für die nächsten Monate nicht mehr ausreichen.

Ein weitergehendes Problem liegt offensichtlich bei der Landesregierung. Zwar läßt Schulministerin Barbara Sommer immer wieder verlauten, die Bewegung gehöre an die Schulen. Auch die Koalition sparte in den letzten Jahren nicht mit Kommentaren zu übergewichtigen Kindern. Vermutlich kann sie jeder Schüler im Schlaf nachsprechen.

Mittlerweile ist im Ministerium jedoch aufgefallen, dass sie dennoch nicht abnehmen. Also starten die Verantwortlichen nun eine Studie, die aufdecken soll, warum so viele Stunden ausfallen. Am Sportlehrermangel kann es laut Ministerium nicht liegen. Sie seien in ausreichender Zahl vorhanden und würden sogar immer mehr.

Der Umfang der Studie und ob auch Krefeld befragt wird, ist noch offen. Dafür sollen erste Ergebnisse der allgemeinen Evaluation, die seit drei Jahren in NRW läuft, bald vorliegen. Eine befragte Vertreterin der Schulverwaltung hat von der Erhebung zwar noch nie etwas gehört. Doch das sei nicht weiter ungewöhnlich, verlautet es aus dem NRW-Ministerium. Schließlich würden die Schulen direkt angesprochen.

Bleibt am Ende der schwarze Peter nur bei ihnen hängen?

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