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Eine Kommentar von Christoph Elles.

Eine Kommentar von Christoph Elles.

Bischof, Andreas (abi)

Eine Kommentar von Christoph Elles.

Krefeld. Hinter all den schlechten Nachrichten aus dem Kaiser-Wilhelm-Museum verbirgt sich eine gute: Endlich reden wir offen über den Bau, seine Sanierung und – langsam, aber sicher – sogar über seine Zukunft.

Die Botschaft der Vorlage 385/14, die am Donnerstag auf den Tischen der Ratspolitiker landete, ist jedenfalls eindeutig: Der Umbau des Museums ist außer Kontrolle geraten. Die Bausubstanz ist desolat, die Arbeiten sind voller Fallstricke, die beauftragten Firmen teilweise so unfähig, dass man sie rausschmeißen und verklagen muss. Derweil steigen die Preise, neue Experten werden hinzugerufen. Die Kosten explodieren wohl so massiv, dass sich der Dezernent nicht einmal traut, sie zu beziffern. Das Museum ist seit fast fünf Jahren geschlossen.

Noch weiter zurück liegt der politische Selbstbetrug, der zur jetzigen Lage führte. In der Debatte um die Sanierung ging es irgendwann nicht mehr um deren Sinn und Notwendigkeit, sondern nur noch um Geld. Die bürgerliche Mehrheit knebelte den Architekten so lange, bis er das Vorhaben auf 12,5 Millionen Euro heruntergerechnet hatte. Dabei blieb nicht nur das Ziel einer konsequenten Modernisierung auf der Strecke, sondern vor allem die Ehrlichkeit. Die Zahlen waren, bezogen auf einen maroden Altbau, nichts als Augenwischerei. Wer genau hinsah, musste das wissen. Dennoch griff der Rat noch im Dezember zur Drohgebärde Baustopp.

Das war vor der Kommunalwahl – nun ist Vernunft eingekehrt. Leicht besorgt bis seltsam gleichmütig nimmt die Politik die Mehrkosten zur Kenntnis. Fast ist Erleichterung zu spüren, dass die Wahrheit jetzt auf dem Tisch liegt. Offen bleibt nur, wie hässlich die Zahl ist, die am Ende unter dem Strich steht.

Diese Entwicklung bietet auch die Chance, endlich eine neue Debatte zu beginnen – eine inhaltliche. Was für ein Museum wollen wir? Bestimmt doch eines, das all den Aufwand lohnt.

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