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Dagmar Groß, Redaktionsleiterin WZ Krefeld

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Dagmar Groß, Redaktionsleiterin WZ Krefeld

Krefeld. Die Anwohner des Theaterplatzes haben die Nase voll. Und das darf man in diesem Fall ganz wörtlich nehmen. Kot, Urin, Flaschen, Spritzen tragen nicht zur Verschönerung des Stadtbildes bei. Mit der Zeit, die vergeht, ohne dass etwas passiert, wächst ihr Unmut. Und den äußern sie mittlerweile auch lautstark.

Als ob das Problem ganz neu sei, reagiert die Politik mit Preisverleihungen, Runden Tischen, Anträgen und Grundsatzdebatten in allen möglichen Ausschüssen. Der Dreck bleibt liegen.

Und das hat einen guten Grund. Denn wenn man versucht, den Problemen durch Toiletten, wie auch immer gestalteten Unterständen, Spritzenautomaten und so weiter beizukommen, akzeptiert man die Drogen- und Alkoholszene an dieser Stelle. Und dazu sind zumindest die konservativen Politiker nicht bereit.

Doch was passiert, wenn man deren Vorschläge umsetzen würde und die Szene verlagert oder vertreibt? Eine Verlagerung an einen bestimmten anderen Ort machen die Betroffenen nicht mit. Vertreibung kann dazu führen, dass sich die Gruppe aufspaltet und sich auf unterschiedliche Treffpunkte – auch in den Stadtteilen – aufteilt. Das Problem aber zieht mit, denn auch an anderer Stelle will niemand die Süchtigen haben, auch an anderen Plätzen werden sich Anlieger beschweren.

In den Diskussionen geht es derweil wild durcheinander: Man redet übers Vertreiben und eine Toilettenanlage. Man spricht davon, dies sei ein gesamtstädtisches Problem, setzt es aber mit dem Einladen eines Experten dennoch wieder auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung. Das passt nicht zusammen.

Wir müssen akzeptieren, dass die Szene zumindest mittelfristig auf dem Theaterplatz bleibt. Polizei und Ordnungsdienst müssen dafür sorgen, dass strafbare Handlungen auch geahndet werden. Und die Politiker müssen sich ausschussübergreifend – gerne auch unter Beteiligung von Experten – überlegen, wie sie mit der Szene umgehen und wie sie Toilette und/oder Unterstand baulich so hinbekommen, dass Anwohner und Besucher sich nicht mehr so massiv belästigt fühlen.

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