Der Niedergang des Stadtbades Neusser Straße ist ein Trauerspiel. Seit 2003 steht es leer, diverse Anläufe, es an den Mann zu bringen, scheiterten. Der neuerliche Versuch, europaweit einen Investor für den denkmalgeschützten Gebäudekomplex zu finden, zieht sich nun auch schon über anderthalb Jahre. Derweil verfällt das Gebäude zusehends.

Damit wird auch der Finanzierungsbedarf für den neuen Eigentümer immer größer, die Wahrscheinlichkeit, dies mit Umsätzen oder Verpachtung wieder hereinzuholen, immer geringer. Dennoch ist offensichtlich keiner daran interessiert, diese Lücke nicht noch weiter zu vergrößern.

Einige Mitglieder der Initiative "Pro Stadtbad", die seinerzeit mit einem Bürgerbegehren den Abriss des Bades verhindern wollte, wären bereit zu einem Frühjahrsputz. Doch die Stadt lässt niemanden hinein. Versuche der WZ, eine solche Aktion anzustoßen, verhallten ungehört. Die Verwaltung verweist auf die laufende Ausschreibung. Und auch Oberbürgermeister Gregor Kathstede winkt ab.

Derzeit will niemand an das Thema ran, von den Parteien kommt nichts. Während in Leipzig der kommunale Wasserversorger eine Stiftung ins Leben ruft, die Stadt 1,7 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket locker macht, sieht man in Krefeld zu, wie die Mauern immer mehr zerbröseln und die Feuchtigkeit überall eindringt.

Wer glaubt, dass in Zeiten der Finanzkrise ein Investor gefunden wird, der das Denkmal-Gebäude komplett erhält und dazu noch eine Nutzung mit Schwimmen, Wellness und Gastronomie anbieten kann, ohne dabei pleite zu machen, ist ein Phantast.

Das Stadtbad braucht eine Lobby. Krefelder, die es erhalten wollen, müssen jetzt Druck machen. Die Mittel aus dem Konjunkturpaket sind noch nicht ausgeschöpft. Wenn jetzt nichts passiert, ist die Gefahr groß, dass das Gebäude bald so verfällt, dass es abgerissen werden muss.

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