Der Bürgerverein Kliedbruch hat für den heutigen Martinsumzug 50 Laternen mit Liedtexten gebastelt.

Der Bürgerverein Kliedbruch hat für den heutigen Martinsumzug 50 Laternen mit Liedtexten gebastelt.
Das fertige Endprodukt: So sieht die Kliedbrucher Martinsfackel mit Liedtext aus.

Das fertige Endprodukt: So sieht die Kliedbrucher Martinsfackel mit Liedtext aus.

Andreas Bischof

Das fertige Endprodukt: So sieht die Kliedbrucher Martinsfackel mit Liedtext aus.

Kliedbruch. „Junge, Junge, voriges Jahr sind sie mir besser gelungen“, schimpft Wolfram Dürr über sich selbst und nimmt einen Fehlbau auseinander. Vier Seiten haben die Fackeln, die der 75-Jährige mit vier weiteren Mitstreitern aus dem Bürgerverein Kliedbruch zusammensetzt. Jeder Bausatz für die Grundausstattung der sangesfreudigen, aber textunsicheren Eltern besteht aus zwei unterschiedlich bedruckten Seiten aus Architektenskizzenpapier.

Damit werden heute beim Kliedbrucher Martinszug, der um 17 Uhr am Platz am Josef-Brocker-Dyk/Josef-Lenders-Dyk startet, 50 Mütter, Väter und andere Begleiter die Kinder lautstark unterstützen und gleichzeitig noch mehr schöne Lichter in die Straßen tragen. Sechs Martinslieder wie „Laterne, Laterne“, vier Strophen von „St. Martin“, „Durch die Straßen auf und nieder“ oder auch „Abends, wenn es dunkel wird“ sind auf den papiernen Souffleusen zu finden.

Idee zu der kleinen Hilfestellung entstand vor drei Jahren

Die Idee für diese Hilfestellung kam vor drei Jahren von Mitglied Claudia Stenders. Vereinsvorsitzender Peter Gerlitz nahm sie gerne an. „Wir möchten die Eltern motivieren, im Zug nicht zu erzählen, sondern mit ihren Kindern zu singen. Durch die Fackeln gibt es jetzt keine Ausrede mehr“, sagt Stenders lächelnd. Seit drei Jahren kümmert sie sich auch um die Vorbereitungen, zum Beispiel ums Kopieren der Texte auf das Spezialpapier.

In diesem Jahr müssen noch 50 der kleinen Würfel gebastelt werden – denn 30 hatten den Verzug vergangenes Jahr überlebt. „Einige sind leider im Feuer gelandet“, bedauert einer der fleißigen Bastler, während in der ersten Etage des Vereinshauses der Hubert-Houben-Kampfbahn die Klebepistolen heißlaufen. In den Boden werden Bierdeckel eingeklebt – mit Löchern für die dicken Kerzen. Die hat Stenders’ Sohn Christian gebohrt, der aber nicht bei der Bastelfraktion ist, sondern mit einem guten Dutzend anderer Helfer an den letzten Vorbereitungen für den Umzug feilt. 600 prahlgefüllte Martinstüten packen sich schließlich nicht von selbst. Deshalb wird vorher noch ein wenig geschwitzt.

Bevor Lutz Botschen am Abend den Klebe-Weltmeister gibt, hat er mit seiner Frau Ursula bereits den Gänsewagen – eine Besonderheit im Stadtteil – saubergemacht und geschmückt. Lichtgirlanden und alte chinesischen Lampions werden ihn heute beleuchten. Rund 900 Teilnehmer werden zum Kliedbrucher Zug erwartet. Dann erstrahlt der Stadtteil in einem ganz anderen Glanz.

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