Das Unwetter macht den immensen Sanierungsbedarf noch deutlicher.

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Schlossschreiner Paul Schroers begutachtet das Jagdschloss-Dach. Die Stadt sagt: Es ist dicht.

Schlossschreiner Paul Schroers begutachtet das Jagdschloss-Dach. Die Stadt sagt: Es ist dicht.

Jochmann

Schlossschreiner Paul Schroers begutachtet das Jagdschloss-Dach. Die Stadt sagt: Es ist dicht.

Krefeld. Das Unwetter vom vergangenen Freitag hat auch die Burg Linn nicht verschont. Das Dach des Jagdschloss hielt den immensen Regenmengen nicht stand. Im Marianne-Rhodius-Raum, in dem wertvolle Möbel und Malereien ausgestellt sind, bildeten sich Pfützen.

"Der Hausmeister und unser Museumspersonal haben die Pfützen aufgewischt, aber der Putz ist feucht", sagt Chrsitoph Dautermann, stellvertretender Leiter des Museums. Die Ausstellungsstücke wurden in Sicherheit gebracht. Die Höhe des Schadens konnte gestern weder die Museumsleitung noch die Stadt beziffern.

Auch wenn nach Angaben des Museums keine Ausstellungsstücke beschädigt wurden: Das Unwetter hat wieder einmal gezeigt, wie nötig die Burg und die angrenzenden Gebäude eine grundlegende Sanierung haben. Das Problem mit dem undichten Jagdschloss-Dach ist nur eines von vielen und seit Jahren bekannt. Nach WZ-Informationen liegen Pläne für Sanierungen schon lange fertig in der Schublade. Geschehen ist nichts.

Das Geld aus dem Konjunkturpaket reicht nicht

Erst kürzlich hatte ein Ratsbeschluss für Diskussionen gesorgt, dem Museum statt 1,9 Millionen nur 750000Euro aus dem Konjunkturpaket zu geben. In Anbetracht des jüngsten Schadens sagt Dautermann: "Wir sind ja froh, dass wir die 750000 Euro bekommen, wir hätten ja auch leer ausgehen können. Andererseits können damit nur die wichtigsten Arbeiten erledigt werden." Und an dem Krefelder Wahrzeichen bröckelt es gewaltig. Die Fensterläden am Jagdschloss fallen fast ab.

Ein Reparaturbedarf, der so offenbar noch nicht von der Stadtverwaltung realisiert wurde. Stadtsprecher Michael Streubel sagt: "Unsere Leute sind aufs Dach gestiegen und sagen, dass es dicht ist." Solchen Fluten kombiniert mit Gewitterböen könne ein so altes Dach einfach nicht standhalten. Das liege auch am Klimawandel, damit müsse das Museum leben.

Das kann es aber nicht, denn der schleichende Verfall "ist kein Zustand", sagt Dautermann. Und mit den gewährten Mitteln kann dem nur bedingt Einhalt geboten werden. "Die Stadt muss sich überlegen, wie wichtig ihr das Museum Burg Linn ist. Man könnte das alte ja durch ein modernes Dach ersetzen, aber das wäre nicht historiengetreu", sagt Stadtsprecher Streubel.

Vize-Museumsleiter Dautermann will weiter nichts dazu sagen. Nur soviel: "Zwischen Stadt und Museum auf der einen sowie der Politik auf der anderen Seite ist genug Porzellan zerbrochen worden. Jetzt müssen wir uns konstruktiv zusammensetzen." Wenn das während eines Gewitters im Jagdschloss passiert, könnten die Beteiligten nasse Füße bekommen.

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