Ostwall-Überdachung: Am Tag vor der Entscheidung ist die politische Lage unklar. Die WZ erläutert Vor- und Nachteile der Pläne.

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Das Textildach erinnert an die Tradition der Stadt.

Das Textildach erinnert an die Tradition der Stadt.

An der Neugestaltung des Haltestellenbereichs Ostwall/Rheinstraße scheiden sich die Geister. Der Planungsausschuss soll am Mittwoch entscheiden, welches Dach gebaut wird, doch die Positionen sind alles andere als klar.

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Das Textildach erinnert an die Tradition der Stadt.

Krefeld. Während Einzelhändler und Bürger noch über mögliche Vor- und Nachteile von Glas- oder Textildach für den Haltestellenbereich Ostwall/Rheinstraße diskutieren, wird im Rathaus hinter vorgehaltener Hand über Variante Nummer 3 gesprochen: eine untergliederte Glasdachform mit Bäumen dazwischen. Darauf könnten sich nach Informationen der WZ CDU und Grüne einigen.

Die politische Diskussion. Die Drähte zwischen den unterschiedlichen Fraktionen liefen am Dienstag zwar heiß, klare Aussagen zum Abstimmungsverhalten im heutigen Planungsausschuss gab es aber bis Dienstagabend kaum. CDU und FDP verwiesen auf eine Pressekonferenz, die sie am Mittwoch zum Thema geben werden. Der Krefelder Kreis will sicherstellen, dass die SWK den Hauptanteil der Kosten tragen, dann werde man auch deren Vorstellungen der Gestaltung folgen.

Die Grünen können sich vorstellen, eine Glasdachlösung mitzutragen, wenn für die bei den Bauarbeiten zu fällenden Bäume im Umkreis Ersatz gepflanzt wird.

Lediglich für die SPD steht fest, dass sie sich an der Abstimmung am Mittwoch in der öffentlichen Sitzung des Planungsausschusses (ab 17 Uhr Rathaus, Raum C2) nicht beteiligen wird. Sie will ein komplette Platzgestaltung mit weniger Verkehr für den Bereich. Die Haltestelle ist in ihren Augen reine Kosmetik.

Die architektonischen Merkmale. Zur Diskussion stehen bislang zwei Varianten: Ein durchgehendes gleichmäßig breites Glasdach oder ein unregelmäßig geformtes Textildach. Die Glasvariante hat den Vorteil, dass es nicht den Blick auf die Anlage, Struktur und Architektur des Ostwalls versperrt. Zudem stellt das Material einen Bezug zur bestehenden gläsernen Überdachung der Königstraße dar.

Das Glasdach kostet etwa 2,8 Millionen Euro, ist 130 Meter lang und durchgängig 12,50 Meter breit. Die Reinigung ist einmal pro Jahr nötig und kostet 1000 bis 1500 Euro. Die Stromkosten für die Beleuchtung liegen bei rund 8300 Euro pro Jahr.

Das Textildach liegt bei rund 2,3 Millionen Euro, ist 136 Meter lang. Die Breite liegt zwischen 12,50 und 5,50 Meter. Die Reinigung müsste alle zwei bis vier Jahre erfolgen, kostet 3000 bis 4000 Euro, Stromkosten liegen bei rund 10 000 Euro pro Jahr.

Das Textildach wirkt leichter und stellt einen Bezug zu Krefelds Vergangenheit als Zentrum der Textilindustrie her.

Kosten und Nutzen. Das Glasdach ist in der Anschaffung eine halbe Million Euro teurer als die Textilvariante. Dafür sind Wartung und der Unterhalt günstiger. Durch die gleichmäßige Breite ist der Wetterschutz besser als beim Textildach. Das Textildach ist billiger in der Anschaffung, aber teurer im Unterhalt. Wegen der variierenden Breite ist der Schutz gegen Regen nicht so gut.

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