Für viele ist die Mahlzeit von der Krefelder Tafel und dem Förderverein die einzige am Tag.

Anke Herbrecht-Bunk und Angelika Amend helfen auch bei der Essensausgabe an die Kinder.
Anke Herbrecht-Bunk und Angelika Amend helfen auch bei der Essensausgabe an die Kinder.

Anke Herbrecht-Bunk und Angelika Amend helfen auch bei der Essensausgabe an die Kinder.

Dirk Jochmann

Anke Herbrecht-Bunk und Angelika Amend helfen auch bei der Essensausgabe an die Kinder.

Krefeld. Die Kinder der Koch AG stehen in der Comeniusschule um den großen Herd herum und schnuppern. Im Topf duften chinesische Bratnudeln, bei deren Zubereitung sie geholfen haben. Köchin Petra Rokoch rührt noch einmal kräftig um, und dann heißt es in drei verschiedenen Klassenräumen "Platz nehmen zum Essen". Für die Mädchen und Jungen, die dort zulangen, ist dies oft die einzige warme Mahlzeit am Tag.

Die Krefelder Tafel hat diese "Krefelder Kindertafel" vor einem Jahr an der Mariannenstraße eingerichtet. Der Förderverein der Schule hilft mit.

"Unsere Förderschule für Kinder mit eingeschränkter Lernfähigkeit liegt in einem sozial schwachen Milieu", sagt Schulleiterin Renate Schramm. "Hier wohnen viele Hartz-IV-Empfänger. Wenn sie drei oder vier Kinder haben, wird es finanziell eng." Viele Kinder kommen sogar ohne Frühstück in die Schule.

"Da helfen die Lehrer in Eigeninitiative mit Müsli am Morgen, bezahlt aus der Klassenkasse. Wenn ich in diesem Zusammenhang an ,Spenden für die Dritte Welt’ denke..."

Vor einem Jahr kam mit Elisabeth Ploenes, der Vorsitzenden der Krefelder Tafel, eine besondere Besucherin. Schramm: "Sie hat die Kinder kennengelernt und sich mit ihnen unterhalten. Nach dem Gespräch stand fest, dass die Krefelder Tafel die Schüler, denen es schwer fällt, ihr Essen zu bezahlen, unterstützt." Einmal wöchentlich stoppt nun der Wagen der Tafel mit Lebensmitteln an der Comeniusschule.

Wer die Kindertafel unterstützen möchte, spende bei der Sparkasse Krefeld, Kontonummer 26229, Bankleitzahl 320 500 00, an den Förderverein der Comeniusschule. Die Schulleiterin lädt Spendenwillige auch ein, damit sie sich vor Ort informieren können, wo das Geld hinkommt.

Da diese keinen offenen Ganztag hat, sondern den Unterricht "13 plus" anbietet, ist keine Mensa vorhanden. "Manchmal, wenn der Andrang mit 50 bis 60 kleinen Essern besonders groß ist, sitzen die Schüler mit ihren Tellern auch schon einmal im Treppenhaus. Das stört keinen. Die Kinder stürzen sich aufs Essen. So etwas bekommen sie zu Hause nicht", sagt Schulleiterin Renate Schramm.

Alle sind dabei, die an der Nachmittagsbetreuung teilnehmen. Wer kann, zahlt 50 Cent für das Gericht, die anderen nichts.

Der Förderverein der Schule hilft mit. "Über ihn haben wir zwei 400-Euro-Kräfte einstellen können, die nun im Raum, wo vormittags Hauswirtschaftsunterricht erteilt wird, für die Kinder kochen."

Dort stehen Sarah (12), Vivien (12) und Jacqueline (11). Sie schnuppern an  Bratnudeln und schwärmen von Möhren und Bohnen untereinander, Pizza und Gyrossuppe: "Es ist immer lecker."

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