Die Christophorusschule ist in den Klinik-Neubau umgezogen. Sechs Lehrer bieten jungen Patienten dort ein Stück Normalität.

Helios
Die achtjährige Hannah (M.) findet die neuen Räume in der „Schule für Kranke“ toll, aber es fehlen ihr noch Bilder an den Wänden. Die will sie in den nächsten Wochen selber malen. Monika Nordmann, Silke Lethen und Dr. Peter Terhoeven freuen sich über das Angebot.

Die achtjährige Hannah (M.) findet die neuen Räume in der „Schule für Kranke“ toll, aber es fehlen ihr noch Bilder an den Wänden. Die will sie in den nächsten Wochen selber malen. Monika Nordmann, Silke Lethen und Dr. Peter Terhoeven freuen sich über das Angebot.

Dirk Jochmann

Die achtjährige Hannah (M.) findet die neuen Räume in der „Schule für Kranke“ toll, aber es fehlen ihr noch Bilder an den Wänden. Die will sie in den nächsten Wochen selber malen. Monika Nordmann, Silke Lethen und Dr. Peter Terhoeven freuen sich über das Angebot.

Krefeld. Hannah geht gerne in die Christophorusschule. Für die Achtjährige ist der tägliche Unterricht eine willkommene Ablenkung vom Klinik-Alltag. Sie ist an Leukämie erkrankt und wird seit vergangenem Oktober im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Helios-Klinikum behandelt. So behält sie trotz ihrer Klinikaufenthalte leichter den Anschluss an ihre Klasse in der Regelschule.

Von Leukämie über Traumata bis zu Depressionen wird alles behandelt

Die sechs Lehrer unter Leitung von Monika Nordmann unterrichten täglich an Krebs oder chronisch erkrankte Schüler aller Schulformen und Altersstufen, deren zu erwartender Krankenhausaufenthalt vier Wochen und länger sein wird. Typische Krankheitsbilder im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin sind Leukämien, Tumore, chronische Erkrankungen die Folgen von Unfällen. In der Tagesklinik für psychisch kranke Kinder am Vom-Bruck-Platz 8 sind es Angststörungen, Essstörungen, Traumata, depressive Verstimmungen oder Zwänge.

„Für all diese Kinder wollen wir eine Perspektive aufbauen, ihnen Mut machen, für die Zeit nach ihrem Krankenhaus-Aufenthalt“, sagt Nordmann ganz unaufgeregt. Dabei habe sie und ihre Kollegen es oft mit Kindern zu tun, deren eigenes Leben und das ihrer Eltern durch die Krankheit völlig aus den Fugen gerät.

Eine Stunde täglich werden die Kinder beschult. Entweder in kleinen Gruppen von zwei bis drei Kindern oder allein, mal in den Schulräumen selbst, mal direkt am Krankenbett. „Weil wir sehr unterschiedliche Lerngruppen haben, brauchen wir auch anderes Lernmaterial“, sagt Nordmann. Das meiste davon beinhaltet selbstständiges Lernen.

Nicht nur deshalb ist diese Schule nicht mit anderen in der Stadt zu vergleichen. Nordmann: „Bei uns ist das Leid und das Lachen eng miteinander verbunden, hier darf alles sein – für Kinder wie auch deren Eltern.“

Auf Betreiben von Prof. Wilhelm Kosenow entschied der Rat der Stadt Krefeld, zum 1. August 1974 eine Krankenhausschule als Ganztagsschule im Klinikum einzurichten.

Im Rahmen des Klinikneubaus am Lutherplatz hat nun zu guter Letzt auch die Christophorusschule neue Räume bezogen. Obwohl es in der alten Kinderklinik sehr beengt war, hatte sich das Team im Neubau noch einen weiteren Raum erhofft. „Wir sind dennoch hochzufrieden, dass unsere Wünsche ansonsten komplett umgesetzt worden sind“, betont die Schulleiterin.

Die achtjährige Hannah sorgt noch für neue Bilder an den Wänden

Jürgen Maas, Leiter des Fachbereichs Schule, ergänzt als Schulträger: „Die neuen Räume hätten wir als Stadt nicht so einrichten können.“ So stehen nun im Erdgeschoss des Gebäudes A 1, direkt neben dem „Storchen-Eingang“ am zentralen Vorplatz des Klinikums, zwei moderne Schulräume mit neuem hellen Mobiliar und Computerarbeitsplätzen zur Verfügung. Dank der großzügigen Fenster fällt viel Tageslicht herein. Warme Farben sorgen für eine freundliche, einladende Atmosphäre.

Doch etwas fehlt noch an den Wänden, vor allem Hannah: selbstgemalte Bilder. Und weil sie gerne malt, will sie für Abhilfe sorgen.

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