Laut Parteichef Schittges reichen im Norden und Süden Lärmschutzwände. Bund und Land machen Druck.

verkehr
Die A57 zwischen Oppum und dem Kreuz Meerbusch: Hier und im Norden sollte der Ausbau beginnen, sagt die CDU. Archiv

Die A57 zwischen Oppum und dem Kreuz Meerbusch: Hier und im Norden sollte der Ausbau beginnen, sagt die CDU. Archiv

Andreas Bischof

Die A57 zwischen Oppum und dem Kreuz Meerbusch: Hier und im Norden sollte der Ausbau beginnen, sagt die CDU. Archiv

Krefeld. Die CDU will beim Ausbau der A 57 keine Tunnel-Trog-Lösung mehr. „Bund und Land machen Druck. Wir müssen uns inhaltlich neu aufstellen, um handlungsfähig zu bleiben“, sagt Winfried Schittges, Krefelder CDU-Chef und Landtagsabgeordneter.

Wie die SPD verabschiedet sich die Partei damit von der Ratsentscheidung aus dem Jahr 2007, die im Herbst 2010 einstimmig bekräftigt wurde. Demnach sollte es beim A57-Ausbau auf Krefelder Stadtgebiet eine Tunnel-Trog-Lösung geben. Weil dies knapp 700 Millionen Euro kosten würde, lehnt der Bund diese Forderung ab.

Schittges möchte nun, dass mit dem konventionellen Ausbau auf den Abschnitten Moers-Gartenstadt (5,7 Kilometer) und Oppum-Meerbusch (3,5 Kilometer) begonnen wird. In Oppum sei „bestmöglicher Lärmschutz“ sogar vor Beginn der Bauarbeiten möglich. Dafür wolle die CDU im Rat eine Mehrheit finden. „Es muss jetzt endlich vorwärts gehen“, so Schittges.

Beim mittleren Teilstück zwischen Gartenstadt und Oppum (6,5 Kilometer) will sich der Parteichef nicht auf einen normalen Ausbau festlegen. „Wenn Bund und Land unsere Bereitschaft zur Kooperation sehen, ist beim abschließenden Teilstück vielleicht ein Tunnel möglich“, hofft Schittges.

„Mit Wilfrid Fabel ist die neue Position der Fraktion abgestimmt.“

Jürgen Wettingfeld, Planungsexperte der CDU

Jürgen Wettingfeld räumt ein, dass sich die CDU von den bisherigen Forderungen verabschieden müsse. Die neue Position sei mit Fraktionschef Wilfrid Fabel abgestimmt, so der planungspolitische Sprecher. Fabel sei aber der erste Krefelder Politiker gewesen, der öffentlich Alternativen zur teuren Tunnel-Trog-Lösung benannt habe.

Der Bund plant, die A 57 zwischen den Kreuzen Kamp-Lintfort und Meerbusch auf sechs Spuren auszubauen. Die Kosten inklusive Lärmschutz betragen 230 Millionen Euro. Für den Ausbau auf Krefelder Gebiet sind 152 Millionen Euro vorgesehen. Ein Tunnel von Oppum bis Gartenstadt würde 500 Millionen Euro kosten.
 

oachim van Bebber ist beim Landesbetrieb Straßenbau NRW für das Projekt zuständig. Er hält 2014/15 einen Baubeginn für möglich. Bei optimalem Verlauf könnte das Stück zwischen Kamp-Lintfort und Meerbusch 2020 fertig sein.
 

Die Planung für den Ausbau der Autobahnraststätte Geismühle an der A 57 ist so gut wie abgeschlossen. Baubeginn: vermutlich Anfang 2014. Der Bund investiert hier rund 25 Millionen Euro. Die Zahl der Stellplätze wird sich östlich der A 57 mehr als verdoppeln: Künftig gibt es 156 für Lastwagen sowie 200 für Pkw.
 

Laut Landesbetrieb Straßenbau NRW bieten die entlang der Autobahn geplanten Wände einen effizienten Lärmschutz. Experte Michael Kaufmann: „80 000 Fahrzeuge sind künftig nur noch so laut wie 8000.“ Die vorgeschriebenen Grenzwerte von 49 Dezibel (nachts) und 59 Dezibel (tagsüber) würden fast überall deutlich unterschritten. Für alle Betroffenen werde es leiser.

Kritisch sind laut Kaufmann jedoch fünf Hochhäuser, drei an der Max-Planck-Straße und jeweils eins an der Oder- und Breitenbachstraße. Um die Grenzwerte hier einzuhalten, müssten die Wohnungen in den oberen Etagen neue Fenster bekommen. Zusätzlich seien zur Lärmminderung jeweils 300 Meter lange Wände auf dem Mittelstreifen der Autobahn geplant.

Leserkommentare (5)


() Registrierte Nutzer