Die kostenlose Veranstaltung am Dienstagabend wird gemeinsam moderiert von Michael Passon (WZ) und Jens Voss (RP).

So sieht das Seidenweberhaus von der St.-Anton-Straße Ecke Königstraße aus und so (kleines Foto) könnte es aussehen. Archiv
So sieht das Seidenweberhaus von der St.-Anton-Straße Ecke Königstraße aus und so (kleines Foto) könnte es aussehen. Archiv

So sieht das Seidenweberhaus von der St.-Anton-Straße Ecke Königstraße aus und so (kleines Foto) könnte es aussehen. Archiv

abi/Entwurf: C. Krebber

So sieht das Seidenweberhaus von der St.-Anton-Straße Ecke Königstraße aus und so (kleines Foto) könnte es aussehen. Archiv

Krefeld. Für Carolin Krebber hat das Seidenweberhaus eine Zukunft. Nicht wie bislang als Veranstaltungshalle, sondern als ein identitätsstiftendes Gebäude, das durch neue Nutzung die Innenstadt aufwertet und belebt. Diese These hat die Krefelderin in ihrer Masterarbeit verfolgt und damit in den vergangenen Monaten die Diskussion über das Seidenweberhaus spürbar belebt. Nachdem zuletzt die möglichen Investoren Gerald Wagener und Wolf-Reinhard Leendertz ihre verschiedenartigen Projekte vorgestellt haben, wird sie in der VHS am kommenden Dienstag um 18 Uhr ihre Ideen und Vorstellungen erläutern. Moderiert wird die Veranstaltung gemeinsam von WZ-Redaktionsleiter Michael Passon und RP-Redaktionsleiter Jens Voss.

Die junge Architektin bewirbt sich nach eigener Aussage nicht für die bauliche Umsetzung. „Ich versuche vielmehr, ein Bewusstsein für das zu schaffen, was Krefeld an Chancen hat und zu erklären, in was für einem Zeitalter wir uns gerade befinden, was die Themen des aktuellen Architekturdiskurses sind und das Krefeld sich mit dem Seidenweberhaus in internationaler Gesellschaft befindet“, erklärt Carolin Krebber. Für sie besitzt das Gebäude aus den 1970er-Jahren mit seiner Wabenstruktur ein architektonisches Alleinstellungsmerkmal. Eine Besonderheit heutzutage.

Keine Veranstaltungshalle, aber ein Ort für Krefelds Seidenkultur

Argumentativ unterstützt wird die Architektin von ihrem Chef Amandus Sattler von Allmann Sattler Wappner München. Der begleitet sie nach Krefeld. Als renommierter Architekt und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) wird er an diesem Abend zunächst über die Bedeutung identitätsstiftender Architektur für städtische Strukturen sprechen.

Danach stellt Carolin Krebber ihr Konzept im Ganzen vor. Das beruht auf dem Anspruch, das Gebäude in seinen Grundcharakteristiken zu erhalten und es seinem Namen entsprechend in einen Ort der Krefelder Seidenkultur umzuwandeln. Programmatisch möchte sie den Know-how-Verlust in der Innenstadt, der durch die Schließung der Werkkunstschule an der Petersstraße bedingt war, zurückbringen und dem Fachbereich Design im Seidenweberhaus ein neues Domizil geben.

Gemeinsam mit dem Theater und der Mediothek hat Carolin Krebber ein lebendiges, neues Kulturzentrum und Platzgefüge entworfen. Dazu verbindet sie in ihrem Entwurf die umliegende Bebauung und das Seidenweberhaus zum Ostwall hin mit zwei zusätzlichen Gebäuden: einem fünfgeschossigen Bürger- und einem Studentenhaus.

Um das derzeit scheinbar schwebende Gebäude zu erden und zur Innenstadt hin zu öffnen, setzt sie das Seidenweberhaus in ihrem Entwurf auf den Boden, gibt ihm einen klaren Eingang und verblendet die Fassade vertikal neu mit 40 Zentimeter tiefen, roten Betonlamellen. Das Hexagon wird als Foyer bis in das Erdgeschoss fortgeführt. Durch das Verlegen der Tiefgaragen-Einfahrt und die angedachte Verkehrsberuhigung der St.-Anton-Straße ist das Gebäude nicht mehr von der City abgetrennt.

Im Erdgeschoss sind eine Kunstbibliothek, das Museum der Werkkunstschule, ein Café und Shops Krefelder Textil- und Designfirmen sowie Verwaltungsräume angedacht. Darüber wäre Platz für Mensa und Lehrräume und das Audimax im großen Saal. Carolin Krebber ist gespannt, wie das bei den Krefeldern ankommt.

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