Die Ordnungshüter kommen nur noch als Streife oder zu Einsätzen aus Mönchengladbach nach Krefeld.

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Nur das Schild ist geblieben: Die Wache der Bundespolizei im Hauptbahnhof ist zum Monatsende geschlossen worden.

Nur das Schild ist geblieben: Die Wache der Bundespolizei im Hauptbahnhof ist zum Monatsende geschlossen worden.

Dirk Jochmann

Nur das Schild ist geblieben: Die Wache der Bundespolizei im Hauptbahnhof ist zum Monatsende geschlossen worden.

Krefeld. Die Bundespolizei hat ihre Wache im Hauptbahnhof endgültig aufgegeben. Ende Dezember ist der Mietvertrag für die Räumlichkeiten in direkter Nähe zur Radstation ausgelaufen. Bereits vor wenigen Wochen ist das Mobiliar abgeholt worden, und auch die Besetzung durch einen Mitarbeiter im Tagesdienst, der dort Büroarbeiten verrichtete, gehört der Vergangenheit an. Dass mehrere Polizeibeamte im Wach- und Wechseldienst dort ihren Dienst versehen, ist ohnehin schon Jahre her. Dieser Zustand war durch die Neuorganisation der Bundespolizei zum 1. März 2008 auch manifestiert worden.

Verlierer der Neuorganisation ist neben Solingen auch Krefeld - die einzigen Großstädte der Region, wo die Bundespolizei keine feste Anlaufstelle mehr unterhält. Das hat selbst bei Mitarbeitern der Behörde für Kopfschütteln gesorgt. In Krefeld ist lediglich ein so genannter Dienstverrichtungsraum übriggeblieben, in dem Durchsuchungen oder Vernehmungen möglich sind. Das 18 Quadratmeter große Büro ist allerdings nicht ausgeschildert und nicht als Anlaufstelle gedacht, sagt Stefan Beckmann von der Bundespolizei-Inspektion Düsseldorf.

Vor knapp zehn Jahren mehr als eine Million Mark investiert

Dabei hatte noch vor neun Jahren alles so hoffnungsvoll für den Polizeistandort im Hauptbahnhof ausgesehen. Für knapp 1,2 Millionen Mark war die Wache für die Zwecke der Ordnungshüter umgebaut worden. Rund um die Uhr sollten etwa 15 Beamte - damals noch des Bundesgrenzschutzes - hier ihren Dienst versehen. Schon ein Jahr später allerdings berichtete die WZ, dass dieses Personal fast nur noch andernorts eingesetzt wird. Seither war die Wache immer häufiger verwaist, während die Bundespolizei fleißig weiter Miete an die Bahn zahlte.

Streifen sind weiterhin in Krefeld unterwegs

Sprecher Stefan Beckmann betont im WZ-Gespräch, dass die Bundespolizei weiterhin täglich in Krefeld auf Streife sei. In der Regel - auch im Einsatzfall - kämen seine Kollegen aus Mönchengladbach hierher, im Überlastungsfall Verstärkung aus Düsseldorf. Nicht zuletzt arbeite man sehr gut mit der Krefelder Polizei zusammen: "Bei Einsätzen stehen unsere Leitstellen sofort in Kontakt." Man werde auch von örtlichen Kräften unterstützt.

Beckmann betont, dass die Einsatzzahlen am Krefelder Hauptbahnhof keine dauerhafte Präsenz erforderlich machten. In einer Bürgerbefragung der Krefelder Polizei war allerdings seinerzeit immer wieder geäußert worden, dass der Hauptbahnhof als Angstort gilt. Zahlen belegten dies nicht, sagt Beckmann. Dennoch seien dort regelmäßig Streifen der Bundespolizei unterwegs. Und auch Krefelder Polizisten schauen immer wieder mal am Bahnhof nach dem Rechten.

Früher Bahnpolizei, dann Bundesgrenzschutz, schließlich Bundespolizei - in den vergangenen 18 Jahren hat sich bei der Behörde einiges verändert. Seit 2005 trägt sie ihren heutigen Namen. Im März 2008 ist die Bundespolizei völlig neu strukturiert worden. Seinerzeit ist der "Einsatzabschnitt Krefeld" als Teil der Bundespolizei-Inspektion aufgelöst worden. Seither ist dieses Gebiet Teil des "Reviers Mönchengladbach". Auch Solingen gehört zu einem anderen Revier. Gleichzeitig vergrößerte sich die Zuständigkeit der Inspektion auf Duisburg und Oberhausen.

Bundespolizeisprecher Stefan Beckmann erklärt, dass mit der Vergrößerung des Zuständigkeitsbereiches auch mehr Personal tätig sein: 250 Beamte gehören zur Bundespolizei-Inspektion Düsseldorf. Beckmann bestätigte WZ-Informationen, wonach einige Mitarbeiter bei Auslandseinsätzen tätig seien. "Für die kommt natürlich nicht am nächsten Tag ein anderer Kollege."

Die Bundespolizei können Reisende auch direkt anrufen, und zwar unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/ 6888000.

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