Vegetarische Wurst sei eine irreführende Bezeichnung, sagt Agarminister Christian Schmidt. In Krefeld sieht man die Sache gelassen.

Vegetarische Wurst sei eine irreführende Bezeichnung, sagt Agarminister Christian Schmidt. In Krefeld sieht man die Sache gelassen.
Sandra Dusza betreibt die Kunstküche auf dem Stadtmarkt. Vegetarischen Produkte so zu nennen, wie die Originale, mache es oft einfacher. Archivf.: DJ

Sandra Dusza betreibt die Kunstküche auf dem Stadtmarkt. Vegetarischen Produkte so zu nennen, wie die Originale, mache es oft einfacher. Archivf.: DJ

Sandra Dusza betreibt die Kunstküche auf dem Stadtmarkt. Vegetarischen Produkte so zu nennen, wie die Originale, mache es oft einfacher. Archivf.: DJ

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Sandra Dusza betreibt die Kunstküche auf dem Stadtmarkt. Vegetarischen Produkte so zu nennen, wie die Originale, mache es oft einfacher. Archivf.: DJ

Was drin ist, muss auch draufstehen. Klingt sinnvoll. Schließlich soll man ja wissen, was man kauft. Bundesagrarminister Christian Schmidt hat einen neuen Bereich ausgemacht, in dem nach seiner Ansicht mit irreführenden Bezeichnungen gearbeitet wird: vegetarische Ersatzprodukte. Laut seiner Aussage gegenüber der Bild-Zeitung sei die Bezeichnung vegetarische Wurst, Schnitzel oder Frikadelle irreführend. Doch was sagen die dazu, die täglich damit zu tun haben?

„Da habe ich mich ganz schön geärgert“, sagt Sandra Dusza. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie die „Kunstküche“ einen veganen und einen vegetarischen Imbiss am Stadtmarkt. Sie werde oft gefragt, warum man beim veganen Kochen oft die Namen der Fleischprodukte verwende. „Bei einer vegetarischen oder veganen Currywurst wissen die Kunden natürlich gleich, was sich dahinter verbirgt“, sagt sie – also alles andere als irreführend? Sandra Duszas Ansicht nach macht es die Sache einfacher.

Andererseits sei es manchmal positiv, wenn die Leute sich unter bestimmten Gerichten nichts vorstellen können. „Viele fragen nach. Dann kommt man ins Gespräch und kann genau erklären, was drin ist“, sagt Dusza. 

Dann lieber glutenbasiertes Röllchen als Seitanwurst?

Auch die andere Seite – die der Fleischesser – sieht die Sache entspannt. „Wenn es doch eine Currywurst ist, warum soll man die dann nicht so nennen – nur weil sie vegetarisch ist?“, sagt Rainer von den Kerkhoff, der bei der traditionsreichen Currywurstbude Bläsen’s an der Oppumer Straße arbeitet. Was daran irreführend ist, versteht er nicht.

Bei der Kunstküche schreibt Sandra Dusza die vegetarischen Gerichte oft mit einem „V“, also Vleisch, Vurst, Vrikadelle – das „V“ für vegetarisch. Aber das werde von vielen Kunden übersehen. Sicher könnte man auch neue Titel erfinden. Panierte Selleriescheibe für das Sellerie-Schnitzel, auf Gluten basiertes Röllchen statt Seitanwurst – ob es das einfacher macht? Sie sehe nunmal wie Wurst aus. „Ich würde die auch essen, wenn sie dreieckig wäre, aber da passt sie so schlecht aufs Brot“, sagt Sandra Dusza schmunzelnd. Dass das Verbot für die Bezeichnungen kommt, bezweifelt sie.

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