Fahnder nehmen Geschäfte der Firma Schmeisser unter die Lupe.

Uerdingen

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Krefeld. An der Adolf-Dembach-Straße in Uerdingen liegt ganz unscheinbar der Firmensitz der Firma Schmeisser. Für Waffenfreunde ein klangvoller Name: Er geht auf den Waffenkonstrukteur Hugo Schmeisser zurück, der in den 1930er Jahren das erste deutsche Sturmgewehr entwickelt hat. Andreas Schumacher (53) und Thomas Hoff (49), die seit mehr als 15 Jahren im Waffengeschäft tätig sind, sollen sich diesen gesichert haben – und laut „Spiegel“ nicht zimperlich sein, was die Kundschaft in dieser Welt angeht.

In der aktuellen Ausgabe berichtet das Nachrichtenmagzin über Geschäfte des Duos, das früher als Handwerker seine Brötchen verdient haben soll: Schumacher sei als Maurer bis zum Polier aufgestiegen, Hoff gelernter Elektriker mit Spezialgebiet Starkstrom. 1995 als „Waffen Schumacher“ gegründet, werden in dem Uerdinger Gewerbegebiet heute ein vollautomatisches Sturmgewehr und ein halbautomatisches Gewehr für Sportschützen und Jäger. Die WZ hatte über den ungewöhnlichen Betrieb im Dezember 2012 berichtet. Dabei wurden die Anfragen von dem Unternehmen nur zögerlich beantwortet.

Ähnlich erging es auch dem „Spiegel“, der über Ermittlungen des Bundeskriminalamtes gegen Schmeisser Anfang dieses Jahres berichtet. Demnach durchleuchtete die Wiesbadener Behörde die Geschäfte des Uerdinger Unternehmens intensiv. Mitarbeiter seien stundenlang vernommen, Telefon überwacht, Geschäftsräume durchsucht worden.

Unternehmen: Stets nach Recht und Gesetz gehandelt

Der Anwalt des Unternehmens erklärt, man habe stets nach Recht und Gesetz gehandelt und verweist darauf, das BKA habe der Staatsanwaltschaft Krefeld empfohlen, das Verfahren einzustellen. Diese war für die WZ am Sonntag nicht zu erreichen.

Recherchen des Nachrichtenmagazins ergaben, dass die beiden Krefelder Geschäftsführer Transaktionen über eine Firma in Luxemburg abgewickelt haben sollen, deren Anteilsmehrheit sie übernommen hätten. So sollen den Krefeldern von Aufsichtsbehörden Geschäfte untersagt worden sein, für die sich später die Luxemburger empfahlen – und in einem Fall sogar ein Angebot nach Turkmenistan mit exakt derselben Rechnungssumme wie zuvor aus Krefeld unterbreitet haben. Allerdings ist dem Nachrichtenmagazin nicht bekannt, ob der Deal zustande kam.

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