Mit Bundesmitteln hat die Stadt 23 befristete Stellen eingerichtet. Erstmals auch an zwei Grundschulen.

Bildungspaket
Wenn das elterliche Umfeld problematisch ist, brauchen schon die Jüngsten in der Schule Hilfe. In Krefeld kümmern sich jetzt Sozialarbeiter um Grundchüler. Archiv: Johannes Güttler

Wenn das elterliche Umfeld problematisch ist, brauchen schon die Jüngsten in der Schule Hilfe. In Krefeld kümmern sich jetzt Sozialarbeiter um Grundchüler. Archiv: Johannes Güttler

Jonas Güttler

Wenn das elterliche Umfeld problematisch ist, brauchen schon die Jüngsten in der Schule Hilfe. In Krefeld kümmern sich jetzt Sozialarbeiter um Grundchüler. Archiv: Johannes Güttler

Krefeld. Immer mehr Kinder wachsen in einem gesellschaftlichen Umfeld auf, dass geprägt ist von der Arbeitslosigkeit eines Elternteils, Scheidung, von Überschuldung, Armut und Gewalt. Das wirkt sich häufig nachteilig auf ihre Entwicklung aus und erschwert schulische Leistungs- und Erziehungsziele. Wie diese Jungen und Mädchen unterstützt werden können, davon berichteten jetzt Mitarbeiter der Fachbereiche Jugendhilfe und Schule im Ausschuss.

Anlaufstelle für schulmüde Jugendliche in der Fabrik Heeder

Die Schulsozialarbeit ist zwar längst Teil der Jugendsozialarbeit nach dem Sozialgesetzbuch II. Doch erst mit dem Bildungs- und Teilhabepaket ist in Krefeld diese Hilfe stärker ausgebaut worden. Seit 2011 bis Ende 2013 bekommt die Stadt vom Bund Geld für zusätzliche Stellen. 1,8 Millionen Euro im Jahr. Damit wurden 23 befristete Stellen eingerichtet.

„Eine Entscheidung des Bundes, ob die Förderung weitergeführt werden kann, soll im Laufe des Jahres fallen“, berichtet Christiane Wirth von der Zentralstelle für Beschäftigungsförderung.

Die neuen Sozialarbeiter verteilen sich mit acht Stellen auf die Hauptschulen, vier an Berufskollegs, drei an Kompetenzzentren sowie je zwei an Grundschulen, Gesamtschulen und Realschulen. Ganz neu ist eine außerschulische Stelle für schulmüde Jugendliche, die vor knapp vier Wochen in der Fabrik Heeder ihre Arbeit aufgenommen hat. Sie verfolgt das Ziel, die jungen Leute an das Lernen und die Schule wieder heranzuführen.

„Diese Schüler können oftmals nicht ihre eigenen Stärken erkennen“, erklärt Wirths Kollege Guido Trappmann. Sie entwickeln Angst vor der Schule, können deshalb dem Unterricht nicht mehr folgen. Auf Dauer machen sich dann Lücken im Lernstoff bemerkbar oder sie schwänzen immer häufiger die Schule.

Die neuen Schulsozialarbeiter können schon von ersten Erfolgen sprechen: Es fanden im ersten Schulhalbjahr 2012/12 bereits 447 Elternberatungen, 292 Schülerberatungen und 212 Lehrerberatungen statt, außerdem konnten 180 Schülern Leistungen aus dem Bildungspaket vermittelt werden und in 104 Fällen haben Sozialarbeiter die Familien der Schüler besucht.

Diese Jugendlichen gelte es zu fördern. Die Methoden hierfür sind vielfältig: Je nach Bedarf können Gewaltprävention und Konfliktlösung oder kommunikative Kompetenz, aber auch Ferienaktivitäten auf dem Programm stehen.

Ein wichtiges Aufgabengebiet ist der Übergang von der Schule zum Beruf. Hier ergänzt die Schulsozialarbeit die bestehenden Angebote zur Eingliederung in die Arbeitswelt. Sie kümmern sich auch gezielt um Schüler, deren Schulabschluss massiv gefährdet ist.

Für Eltern gibt es an den Schulen ein Café zum Austauschen

Erstmals werden jetzt auch im Grundschulbereich Sozialarbeiter eingesetzt. Die sind auf die Grundschulen Buchen-, Hof-, Mariannenstraße, Horkesgath sowie das Kompetenzzentrum Tulpenstraße verteilt wie auch auf die Schule am Rundweg und die Erich-Kästner-Schule. Dadurch soll der Übergang in den Sekundarbereich I gelingen. „An all diesen Schulen ist der Bedarf besonders hoch“, sagt Renate Peters vom Fachbereich Schule.

Hier wurden zusätzlich Elterncafés eingerichtet, die den Eltern die Chance bieten, außerhalb der Schule über die Probleme der Kinder zu sprechen.

Sollte die Stadt die 23 Schulsozialarbeiter-Stellen fest einrichten? Stimmen Sie ab!

www.wz-krefeld.de

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