37-Jähriger wurde freigesprochen. Unbezahlter Unfall-BMW war von Polen nach Krefeld gefahren worden.

Krefeld. „Die Sache stinkt zum Himmel“, sagte der Richter am Amtsgericht bei seiner Urteilsverkündung. Trotzdem wurde der Angeklagte S. freigesprochen. Die Beweise reichten nicht aus, um dem 37-Jährigen nachzuweisen, dass er im März 2012 einen vorsätzlichen Betrug begehen wollte.

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, zusammen mit seinem Bekannten Z. eine Krefelder BMW-Vertretung aufgesucht und dort die Herausgabe eines BMW 640i gefordert zu haben. „Der BMW ist von einem Freund von mir aus Stettin. Ich sollte ihn nach einem Unfall nach Deutschland fahren, da in Polen nach einem Gutachten weniger Geld von der Versicherung bezahlt wird“, sagte S. aus.

Warum der Wagen von Stettin aus nicht in eine BMW-Niederlassung kurz hinter der polnischen Grenze gebracht wurde, erklärt der Angeklagte wie folgt: „Ich habe in Krefeld einen Bekannten, der jemanden kennt, der für BMW Gutachten erstellt.“

75 000-Euro-BMW war finanziert – aber die Raten blieben offen

Als Z. die 700 Kilometer von Polen nach Krefeld gefahren war, übergab er das Auto an seinen Bekannten R. vor dem BMW-Haus. Dort erweckte der Wagen (Neupreis knapp 75 000 Euro), der auf den Händler- und Unfallwagenparkplatz gestellt worden war, Misstrauen. „Hinzu kam, dass die Angeklagten gleich die Nummernschilder abschraubten“, sagte Zeuge K. aus. Die Polizei wurde verständigt.

Die Ermittlungen ergaben, dass der Wagen in Niedersachsen von einer dritten Person per Darlehen finanziert und wie auch in drei weiteren Fällen nicht abbezahlt worden war.

Beim vereinbarten Abholtermin des Wagens legten sich die Beamten der Polizei zunächst vergeblich auf die Lauer. Tags darauf aber nahmen die Beamten S. und Z. fest. Als die den Wagen abholen wollten, hatten sie gefälschte Unterlagen dabei.

„Ich sollte den Wagen einfach nur von Polen nach Deutschland bringen und dafür 100 Euro bekommen. Der Wagen sollte nach dem Gutachten nach Stettin gebracht werden. Dort wollte der Besitzer den Wagen dann wohl nach der Reparatur weiterverkaufen“, beteuerte der Angeklagte seine Unschuld.

Staatsanwaltschaft war von der Schuld des Angeklagten überzeugt

Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Gericht konnten nicht endgültig klären, in welchem Umfang der Angeklagte von dem Betrug wusste. Die Anklägerin war allerdings von der Schuld des Angeklagten überzeugt und beantragte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten.

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