Mit dem Rauchverbot bekamen die Berufskollegs Probleme – die Lösungsansätze sehen unterschiedlich aus.

Auch vor dem Berufskolleg Kaufmannsschule rauchen die Schüler.
Auch vor dem Berufskolleg Kaufmannsschule rauchen die Schüler.

Auch vor dem Berufskolleg Kaufmannsschule rauchen die Schüler.

Andreas Bischof

Auch vor dem Berufskolleg Kaufmannsschule rauchen die Schüler.

Krefeld. Mit dem Schulgelände-Rauchverbot im vergangenen Jahr sind Probleme auf die Krefelder Schulen zugekommen. Gerade die Berufsschulen mit ihren volljährigen Schülern, die rauchen dürfen, sind davon betroffen: Die Schüler belagern für die Zigarrettenpause die Bürgersteige und hinterlassen ihre Kippen vor der Schule.

"Die Situation an Berufsschulen ist schwierig", bestätigt Rainer Hendrichs, Fachbereichsleiter Schule, Pädagogischer und Psychologischer Dienst. Für Lehrer sei es schwierig, sich mit dem Rauchverbot gegen volljährige Schüler durchzusetzen.

"Dass die Schüler auf der Straße vor den Kollegs rauchen, ist nicht nur ein Krefelder, sondern ein bundesweites Problem." Allerdings sei es von Schule zu Schule unterschiedlich.

Berufskolleg Uerdingen: Schulleiter Hans-Jürgen Steffens hat vor kurzem eine "Hygienesonderstreife" mit Lehrern eingerichtet und hofft nun auf mehr Sauberkeit. Sie soll Schüler, die Kippen wegschnippen, ansprechen.

"Bei uns sammeln sich die Schüler allerdings immer noch auf dem Rand des Schulgeländes, weil es sehr verwinkelt und weitläufig ist", sagt der Schulleiter. Vor dem Rauchverbot gab es zwei zentrale Raucherecken - und damit eine räumliche Begrenzung der Verschmutzungen.

Die Schüler rauchen auf einem Gelände, auf dem Lehrer formal kein Eingriffsrecht haben.

Seit dem 1. Januar 2008 ist das Rauchen auf dem Schulgelände verboten.

Berufskollegs Glockenspitz: Schulleiter Friedrich Lucas konnte der Kippenlandschaft nur mit einer Kehrmaschine Herr werden. "Allerdings beschweren sich bei uns keine Nachbarn, weil unsere Schule weiter außerhalb liegt", sagt er.

Er will die Schüler mit Plakaten, die auf Moral statt auf Verbotscharakter setzen, für die Problematik "Rauchen und Sauberkeit" sensibilisieren.

Berufskolleg Kaufmannsschule: Sie hat das Problem mit einer optischen Umgestaltung des Schulhofs in den Griff bekommen. "Seit Beginn des Schuljahrs sind wir beschwerdefrei", sagt Schulleiter Wolfgang Höllrigl. Vorher gab es jedoch viele Beschwerden.

"Jetzt ist ein Teil des Bürgersteigs optisch an den Schulhof integriert, ein helles sandfarbenes Granulat bedeckt den Boden", berichtet Höllrigl. Der psychologische Effekt: Was schön, neu und so ähnlich wie der Schulhof aussieht, wird auch so behandelt.

Berufskolleg Vera Becker: Auch hier gibt es laut Direktorin Hedwig Schomacher weniger Probleme. Hier waren Schüler im vergangenen Jahr durch Vermüllung, Lärm und Provokation rund um die Schule aufgefallen, wie die WZ berichtete.

"Wir haben mit der Bezirksvertretung gesprochen und reinigen nun die Stellen, die von den Schülern verschmutzt werden", sagt die Direktorin.

Mittlerweile hätten sich Nachbarn und Schüler aneinander gewöhnt. Außerdem versucht sie, das Ganze positiv zu sehen: "Ich hoffe, dass das Rauchverbot das Rauchen unter Schülern einschränkt."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer