Chris Kramer veranstaltete in der Friedenskirche ein Weihnachtskonzert mit Liedern in fünf Sprachen.

KONZERT
Chris Kramer (l.) trat in der weihnachtlichen Friedenskirche mit bluesigen Klängen und klassischen Adventslieder auf.

Chris Kramer (l.) trat in der weihnachtlichen Friedenskirche mit bluesigen Klängen und klassischen Adventslieder auf.

Dirk Jochmann

Chris Kramer (l.) trat in der weihnachtlichen Friedenskirche mit bluesigen Klängen und klassischen Adventslieder auf.

Für den Fanclub von Chris Kramer und Weihnachtslieder in mehreren Sprachen war am Freitagabend die Friedenskirche ein Stück zu groß. Vielleicht ein Drittel der Sitzplätze im Kirchenschiff war besetzt. Zum Quartett des Abends gehörten neben dem Mundharmonikaspieler Kramer die Sängerinnen Floriana Di Luca und Heike Meering sowie Niclas Floer am elektronischen Piano. Seine „Zeit der Entschleunigung“ leitete Kramer mit dem berühmtesten Weihnachtslied „Stille Nacht“ ein. Aus der vertrauten Melodie entwickelt er einen Blues auf der Mundharmonika, begleitet von Floer an den Tasten.

Allerdings irritierte er ein wenig mit seiner Anmoderation, denn er verlegte den Ort der Entstehung dieses internationalen Weihnachtslieds ins Tiroler Zillertal. Historisch verbürgt ist indes, dass am Heiligabend 1818 der Dorfschullehrer und Organist Franz Xaver Gruber als Komponist und der Hilfspfarrer Joseph Mohr als Texter für die Welturaufführung im Salzburgischen Oberndorf sorgten. Bei einer Weihnachtstour mit sechzehn Auftritten sollten die Fakten stimmen.

Das Weihnachtslied – eine stimmliche Herausforderung

Beim nächsten Lied „Still, still, still, weil’s Kindlein schlafen will“ tritt Kramer auch als Sänger in Erscheinung und bringt es verfremdet in einer Mischung aus Schlager und Barmusik, wobei allerdings deutlich wird, dass das Mundharmonikaspiel im Vergleich zum Stimmlichen seine eigentliche Stärke ist.

Dann kündigt er an: „Zwei tolle Stimmen und vier weitere Sprachen“, und Floriana Di Luca und Heike Meering betreten den ausschließlich mit Kerzen beleuchteten Altarraum. Die Vielsprachigkeit des Weihnachtskonzerts findet sich nun in den unterschiedlichen Sprachen wieder, in denen einzelne Liedstrophen vorgetragen werden: Auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch wird gesungen.

An manchen Stellen scheint das Ave Maria für Floriana Di Luca stimmlich eine zu große Herausforderung. Die erforderlichen Höhen kann ihre Stimme nicht verlässlich erklimmen. Entschieden angenehmer ist Heike Meering anzuhören, egal ob sie ein Weihnachtslied in traditioneller Weise singt oder in einem anderen Musikstil interpretiert.

Als Bereicherung für sein Konzert hatte Kramer das Publikum bereits vorher aufgerufen, das eine oder andere Weihnachtslied in einer Sprache vorzutragen, die das Sänger-Trio nicht im Repertoire hat. Zwei Hobbysängerinnen folgten Chris Kramers Aufruf und steuerten „Stille Nacht, heilige Nacht“ noch auf Tschechisch und Polnisch bei.

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